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08.01.2015

Eibesthaler Passion

Ein Dorf bei Mistelbach setzt von Ende Februar bis Ostersonntag beim Passionsspiel auf Figurentheater.

Hundert Jahre haben die Passionsspiele im Weinviertler Dorf Eibesthal bei Mistelbach geruht, bevor sie in der ungewöhnlichen Form des Figurentheaters neu belebt wurden.

 

An mehreren Wochenenden im Februar, März und April (vom 28. Februar bis 5. April) finden die zwölf Aufführungen in der mit einer großen Bühne versehenen Pfarrkirche statt. LaienspielerInnen aus dem Ort führen die rund einen Meter hohen 26 kolorierten Holzfiguren, die rund einen Meter hoch sind und von den slowakischen Puppentheater-Künstlern Jana Pogorielova und  Anton Dusa geschaffen wurden.

 

Eine eigene Passionsmusik wurde für Bläser und Orgel von einem niederösterreichischen Künstler komponiert und wird von MusikerInnen aus dem Ort gespielt. Im Zentrum der Bühnenausstattung steht eine nachgebaute Weinviertler Weinpresse.

 

Unter den europäischen Passionsspielorten sticht die Eibesthaler Passion nicht nur durch ihre einzigartige Form hervor, sondern auch durch den Text.

Markus-Passion als Vorlage

Der Eibesthaler Theologe Andreas Strobl schuf einen Passions-Text, der sich an das Evangelium des Markus anlehnt, da dieser der Kirchenpatron von Eibesthal ist. Es ist somit  kein textlicher Verschnitt aus allen vier Evangelien, wie es üblicherweise der Fall ist. Zudem ist der Text dem Markus-Evangelium entsprechend sehr knapp gehalten und überfrachtet damit auch nicht die Figuren.

 

So entsteht ein Passionsspiel, dass mit rund eineinhalb Stunden eine moderate Spiellänge hat. Passionsspiele wurden in Eibesthal bereits zwischen 1898 und 1911 in einer eigens dafür erbauten Halle gespielt.  Nach dem 1. Weltkrieg fehlten die Mittel, um die Spiele  zu revitalisieren. Die Idee, wieder Passionsspiele aufzuführen, blieb allerdings über die Jahrzehnte hinweg erhalten.


Durch die Anregung des damaligen Mistelbacher Bürgermeisters Christian Resch, eine Verknüpfung der Eibesthaler Passionsspieltradition mit den internationalen Mistelbacher Puppentheatertagen zu schaffen,  kam es zu der Entwicklung eines Passionsspieles mit Figuren. 1999 und 2000 fanden die beiden ersten Spielsaisonen statt.