Mittwoch 4. März 2026

Schnellsuche auf der Website

sondereggerfotos.ch
09.11.2017

Steyler Missionare: „Eine Vorliebe für die Armen“

Welche Faszination geht vom Orden und vom Ordensgründer Arnold Janssen aus?

 

Gebet

des hl. Arnold Janssen

 

Gott, Du ewige Wahrheit,
wir glauben an Dich.


Gott, unsere Stärke und unser Heil,
wir hoffen auf Dich.


Gott, unendliche Güte,
wir lieben Dich aus ganzem Herzen.


Du hast Dein Wort gesandt
als Retter der Welt,
lass uns alle eins sein in Ihm.


Sende uns den Geist Deines Sohnes,
dass wir Deinen Namen verherrlichen.

Amen.

Gebet des heiligenArnold Janssen

 

Janssen hielt seine Mitbrüder in Steyl an, während des Tages jede Viertelstunde innezuhalten und ein Gebet, das sogenannte „Viertelstunden-Gebet“, zu sprechen.


SVD wird oft humorvoll mit „Sie vertreiben Druckschriften“ übersetzt. Damit ist ein wesentliches innovatives Element der Steyler Missionare gut getroffen.

 

Die Steyler Missionare sind die „Gesellschaft des Göttlichen Wortes“ (lateinisch „Societas Verbi Divini“). In der Struktur beruht die „Regel“ der Steyler Missionare auf der Augustinus-Regel ( Die Ordensregel des heiligen Augustinus als pdf-download.) .

 

Sie hat durch die „Konstitutionen“ des Gründers, Arnold Janssen, eine starke missionarische Ausrichtung bekommen. Die „Konstitutionen“ sind der Bezugsrahmen, der einem Mitglied der Gesellschaft des Göttlichen Wortes dabei hilft, die Wirklichkeit wahrzunehmen und darin nach dem von ihm erkannten Willen Gottes zu handeln.

 

P. Stephan Dähler, Provinzial der Steyler Missionare: „Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil wurden die ersten Konstitutionen von 1901 zwei Mal – 1983 und 2000 – überarbeitet und im Sinne unseres Ordensnamens Gesellschaft des Göttlichen Wortes vor allem biblisch fundiert.“


Was die „Konstitutionen“ für das Gebet, die Frömmigkeitspraxis besagen?

 

Dähler zitiert aus den „Konstitutionen“: „Christus ist die Mitte unseres Lebens (vgl. Philipper-Brief 1,21). Eine lebendige Verbundenheit mit ihm schenkt der Vielfalt unseres Lebens und Tuns Einheit und Tiefe.

 

Wenn wir Christus lieben, werden wir vom Vater geliebt. Vater und Sohn kommen zu uns, um im Heiligen Geiste bei uns zu wohnen (vgl. Johannesevangelium 14,23). Wir begegnen Christus in unseren Mitmenschen und in unserem ganzen Dienst sowie in der Feier der Liturgie, im Wort Gottes, in Gebet und Betrachtung.“

 

Sendung: Überall hingehen

Die missionarische Ausrichtung der Steyler Missionare prägt auch die tägliche Arbeit. Dähler erinnert wiederum an die „Konstitutionen“: „Als Mitglieder der Gesellschaft des Göttlichen Wortes sehen wir unsere Verpflichtung darin, das Wort Gottes allen Menschen zu verkünden, neue Gemeinschaften des Volkes Gottes zu wecken und ihr Wachstum wie auch ihre Gemeinschaft untereinander und mit der Gesamtkirche zu fördern.

 

Wir arbeiten zuerst und vor allem dort, wo das Evangelium nicht oder nur ungenügend verkündet ist, und wo die Ortskirche aus sich nicht lebensfähig ist.“

 

Die Sendung ist ganz konkret, heißt es in den „Konstitutionen“: „Wer sich unserer Gesellschaft anschließt, muss bereit sein, in Erfüllung unseres missionarischen Auftrages dorthin zu gehen, wohin der Obere ihn sendet, auch wenn diese Bestimmung den Verzicht auf die Heimat, die Muttersprache und den angestammten Kulturraum bedeutet. Diese Bereitschaft ist ein wesentliches Merkmal unserer missionarischen Berufung.

 

Dähler: „Das Zeugnis eines wahrhaft christlichen Lebens, des Einzelnen und der Gemeinschaft, ist der erste Schritt in der Verwirklichung unseres missionarischen Dienstes. Die Menschen sollen erkennen, dass wir in unserem eigenen Leben das Reich Gottes erfahren haben, das wir den anderen verkünden.“


Warum der Gründer Arnold Janssen bis heute fasziniert?

Dähler: „Janssen war ein Mann mit Visionen, der andere Menschen in seine Vorstellung vom Aufbau des Reiches Gottes miteinbinden konnte, seine Energien dafür einsetzte, an der eigenen Bekehrung arbeitete und reifte.

 

Er war interessiert an den Menschen mit ihren vielfältigen kulturellen Hintergründen und fest verwurzelt im Göttlichen Wort, überzeugt, dass alle Menschen Platz bei Gott und seinem Wort haben.“

 

Lautet doch der erste Satz der „Konstitutionen“: „Gott will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen (vgl. 1 Timotheus-Brief 2,4-5).

 

Unser missionarischer Dienst trägt dazu bei, die zerstreuten Kinder Gottes zu sammeln (vgl. Johannesevangelium 11,52) und die Stunde herbeizuführen, da alle den Vater anbeten werden im Geiste und in der Wahrheit (vgl. Johannesevangelium 4,23).“

 

Einsatz für soziale Gerechtigkeit

Die Kernaussagen der „Konstitutionen“ laut Dähler: „Verwurzelt im Göttlichen Wort wollen wir gemeinschaftlich vorleben und so verkünden, dass Gott zu allen Menschen spricht und ihnen Leben in Fülle zusagt.

 

Oder wie wir es für unsere Provinz intern formuliert haben: Wir Steyler Missionare leben aus dem christlichen Glauben heraus in einem globalen Netzwerk Einheit in Vielfalt.

 

Wir setzen uns weltweit in Wort und Tat für soziale Gerechtigkeit gemäß dem Evangelium ein und laden Menschen dabei zum partnerschaftlichen Miteinander ein. Jesus begegnet uns in den Menschen von heute. Aus dieser Überzeugung schaffen wir Andockstellen für spirituell Suchende, Angehörige anderer Religionen und Kulturen und sozial Benachteiligte.“

 

Der Orden war eine Antwort auf die Herausforderungen der Kolonialzeit, entstanden 1875 in den Niederlanden als erste deutsche Missionsgesellschaft.

 

Heute prägen „das Zusammenleben in interkulturellen Gemeinschaften, der Dialog mit Menschen aller Kulturen und Religionen, der Austausch über Grenzen hinweg, das Sich-vom-Fremden-bereichern-Lassen“ die Tätigkeit des Ordens.

 

Dähler: „Wer von der guten Nachricht dieses Jesus Christus gepackt ist, muss sie im Leben umsetzen und weitergeben.“