Samstag 21. Februar 2026

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Heilige Messe
Erzdiözese Wien/ Stephan Schönlaub / Heilige Messe
15.01.2026

Ablauf und Bedeutung der Eucharistiefeier

Vom Eröffnungslied bis zur Entlassung: Die katholische Eucharistiefeier folgt einer klaren Struktur.

Die Eucharistiefeier ist das Herzstück des katholischen Gottesdienstes. Sonntag für Sonntag versammeln sich Christinnen und Christen, um das zu tun, was die Kirche seit den ersten Jahrhunderten tut: das Wort Gottes hören, für die Welt beten, Brot und Wein darbringen und in der Kommunion Christus empfangen. Trotz regionaler Unterschiede folgt die Messe überall einer klaren Grundstruktur, die sich über Jahrhunderte entwickelt hat und heute weltweit einheitlich ist.

 

Eröffnung: Ankommen vor Gott

Die Feier beginnt mit dem Einzug des Priesters und der liturgischen Dienste. Währenddessen singt die Gemeinde ein Eröffnungslied, das die Gemeinschaft sammelt und auf die Feier einstimmt. Es folgt das Kreuzzeichen und ein kurzer liturgischer Gruß.

 

Zu Beginn steht das Schuldbekenntnis, in dem die Gemeinde um Erbarmen bittet. Das Kyrie („Herr, erbarme dich“) ist ein uraltes Gebet der Kirche. An Sonn- und Festtagen folgt das Gloria, ein feierlicher Lobgesang, der Gott für seine Herrlichkeit preist. Er entfällt nur in der Advent- und Fastenzeit.

 

Mit dem Tagesgebet schließt die Eröffnung ab. Der Priester fasst darin die Anliegen des Tages in einer kurzen, dichten Gebetsform zusammen.

 

Wortgottesdienst: Hören, was Gott sagt

Der Wortgottesdienst ist der erste große Teil der Messe. Er besteht aus mehreren Lesungen aus der Heiligen Schrift. An Sonntagen sind es in der Regel drei: eine alttestamentliche Lesung, ein Antwortpsalm und eine Lesung aus den Briefen des Neuen Testaments.

 

Höhepunkt ist das Evangelium, das die Gemeinde stehend hört. Danach folgt die Homilie, in der der Priester die biblischen Texte auslegt und mit dem Leben der Menschen verbindet.

 

An Sonn- und Festtagen bekennt die Gemeinde anschließend ihren Glauben im Glaubensbekenntnis. Es folgt das „Allgemeine Gebet“, in dem für Kirche, Welt und alle Menschen gebetet wird.

 

Gabenbereitung: Brot und Wein werden zum Zeichen

Mit der Gabenbereitung beginnt der zweite große Teil der Messe. Brot und Wein werden zum Altar gebracht – Zeichen für das, was die Gemeinde darbringt: ihr Leben, ihre Arbeit, ihre Hoffnungen. Der Priester spricht leise Gebete über die Gaben, während die Gemeinde singt.

 

Es folgt das Gabengebet, in dem der Priester Gott bittet, die dargebrachten Gaben anzunehmen und zu verwandeln.

 

Eucharistisches Hochgebet: Zentrum der Feier

Das Hochgebet ist der Kern der Eucharistiefeier. Es beginnt mit dem Präfationsdialog („Erhebet die Herzen“) und führt in das große Lob Gottes ein. Die Gemeinde stimmt in das Heilig („Sanctus“) ein, ein uraltes Gebet, das bereits in der Bibel bezeugt ist.

 

Im Hochgebet dankt der Priester Gott für sein Heilshandeln und spricht die Einsetzungsworte Jesu über Brot und Wein. In diesem Moment wird nach katholischem Verständnis Christus selbst gegenwärtig.

 

Es folgen Fürbitten für die Kirche, die Lebenden und die Verstorbenen. Das Hochgebet endet mit der feierlichen Doxologie („Durch ihn und mit ihm und in ihm…“), auf die die Gemeinde mit einem kräftigen Amen antwortet.

 

Kommunion: Christus empfangen

Nach dem Hochgebet betet die Gemeinde das Vaterunser. Es folgt der Friedensgruß, ein Zeichen der Versöhnung und Gemeinschaft. Beim Brechen des Brotes singt die Gemeinde das „Lamm Gottes“.

 

Dann lädt der Priester zur Kommunion ein. Die Gläubigen empfangen den Leib Christi, mancherorst auch den Kelch. Währenddessen singt die Gemeinde ein Kommunionlied oder verharrt in Stille.

 

Nach der Kommunion folgt ein kurzes Dankgebet.

 

Gesendet in den Alltag

Die Eucharistiefeier endet mit dem Segen und der Entlassung. „Gehet hin in Frieden“ – dieser Satz macht deutlich, dass die Messe nicht im Kirchenraum endet. Die Gemeinde wird gesendet, das Gehörte und Empfangene im Alltag zu leben.

Ein Schlusslied oder ein Orgelsolo begleitet den Auszug.