Mag. Raimund Beisteiner wurde am 28. August 1966 in Lackendorf im Burgenland geboren. Er trat in das Oratorium des hl. Philipp Neri in Maria Lanzendorf ein und empfing am 24. April 1999 die Priesterweihe, nachdem er sein pastorales Praktikum in Rannersdorf und den Diakonatsdienst im Oratorium von Maria Lanzendorf absolviert hatte. Zwischen 1999 und 2003 wirkte er als Kaplan in Maria Lanzendorf und Leopoldsdorf. Nach der Aufhebung des Oratoriums von Maria Lanzendorf wechselte er im März 2006 in den Klerus der Erzdiözese Wien und wurde 2011 endgültig inkardiniert.
Seit 2006 leitete Mag. Beisteiner die Pfarre Wiesmath als Pfarrmoderator. Über zwei Jahrzehnte hinweg prägte er das pfarrliche Leben durch beständige Präsenz, ruhige seelsorgliche Begleitung und einen ausgeprägten Sinn für Verantwortung. Viele Menschen schätzten seine sachliche Art, seine Verlässlichkeit und sein ernsthaftes pastorales Engagement. Sein seelsorgliches Wirken reichte weit über die Pfarre hinaus. Seit 2007 war er geistlicher Leiter der Legion Mariens (Senatus von Österreich) und begleitete deren Mitglieder in spirituellen Fragen und in der Gestaltung ihres Apostolats. Im Dekanat Kirchschlag war er ab 2011 als Dekanatsmännerseelsorger tätig und setzte dort Akzente in der pastoralen Arbeit für Männer.
Darüber hinaus engagierte er sich im Katholischen Bildungswerk, war über viele Jahre hinweg Mitglied und Vorsitzender verschiedener pfarrlicher Gremien und brachte seine Erfahrung, Ruhe und Struktur in zahlreiche Entscheidungsprozesse ein.
Mit der Bildung des Seelsorgeraums Bucklige Welt Süd wirkte Mag. Beisteiner zusätzlich in den Pfarren Hochwolkersdorf, Schwarzenbach und Wiesmath mit und unterstützte das gemeinsame pastorale Wirken im Pfarrteam.
Am Sonntag, den 1. Februar 2026 kam es während der Sonntagsmesse in Wiesmath zu einem tragischen Vorfall: Nach der Kommunionspendung brach Mag. Beisteiner unvermittelt zusammen. Trotz sofort eingeleiteter professioneller Hilfe verstarb er noch in der Kirche. Mit seinem plötzlichen Tod verliert die Kirche in Wien einen Priester, der seine Aufgaben mit Ernsthaftigkeit, Pflichtbewusstsein und seelsorglicher Umsicht erfüllte und bei vielen Menschen großes Vertrauen und Wertschätzung genoss.
In Wiesmath herrscht tiefe Betroffenheit über den Verlust von Pfarrer Raimund Beisteiner. Der beliebte Seelsorger prägte fast zwei Jahrzehnte lang das geistliche Leben der Pfarre und war weit über die Gemeinde hinaus geschätzt. Bürgermeister Erich Rasner würdigt ihn als äußerst pflichtbewussten, feinfühligen Priester und betont auch den persönlichen Verlust einer über viele Jahre gewachsenen Freundschaft. Die große Anteilnahme der Bevölkerung zeigte sich bereits bei einer kurzfristig organisierten Gebetsstunde, an der neben zahlreichen Priestern des Dekanates auch Erzbischof Josef Grünwidl teilnahm.
Das Begräbnis von Pfarrmoderator Raimund Beisteiner findet am Samstag, den 7. Februar 2026, in der Pfarrkirche Wiesmath statt. Der Rosenkranz beginnt um 9.30 Uhr, anschließend wird um 10.00 Uhr das Requiem gefeiert. Im Anschluss an die Eucharistiefeier sind alle Mitfeiernden zur Agape eingeladen. Die stille Verabschiedung erfolgt am selben Tag um 13.00 Uhr in seiner Heimatgemeinde Lackendorf im Burgenland. Anschließend findet um 14.00 Uhr die Beisetzung im Familiengrab statt. Priester, die beim Requiem konzelebrieren möchten, werden gebeten, sich vorab unter pfarre.kirchschlag@katholischekirche.at anzumelden und Albe sowie violette Stola mitzubringen.