Samstag 7. März 2026

Schnellsuche auf der Website

Erwin Wodicka / EDW / wir helfen
07.09.2016

Gelebte Barmherzigkeit: „Wir sind keine Supperwuzzis“

Helga Römer engagiert sich in der Telefonseelsorge und im Geriatriezentrum.

 

Es gibt nichts, was es nicht gibt“, schildert Helga Römer. Ein bis zwei Nächte monatlich ist sie in der Telefonseelsorge tätig. „Die großen Themen sind Beziehungen, Einsamkeit und psychische Probleme“, weiß sie aus über 16-jähriger Erfahrung.

 

„Wir können nur im Augenblick entlasten. Es geht um das Gefühl, da ist jemand, der mich ernst nimmt und mir ein wenig Kraft gibt.“

 

Die Telefonseelsorge entdeckt hat sie, als im Sekretariat der Theologischen Kurse ein Folder aufliegt, dass ehrenamtliche Mitarbeiter gesucht werden. Der Theologische Kurs war eine wichtige Wegstrecke in ihrer Glaubensentwicklung, ebenso wie ein Cursillo, ein kleiner Glaubenskurs, der sie die Geborgenheit in der Liebe Gottes erfahren lässt.

 

Ich wollte in der Nachfolge Christi etwas für andere tun“, schildert sie. „Die Ausbildung in der  Telefonseelsorge dauert ein Jahr, es geht um Gesprächsführung, um Empathie, man muss ganz beim Anrufer sein.

 

Wichtig sei es auch „authentisch und wertschätzend“ gegenüber den Problemen der Menschen zu sein und „überzeugt von dem, was man sagt“.

 

Sie hört mit ihrer Erfahrung „viel aus der Stimme heraus“ und am Ende eines Gesprächs kann sie oft sagen: „Ich spüre, jetzt geht es ihnen besser.“

 

Klar ist: „Wir sind keine Supperwuzzis, die auf alles eine gescheite Antwort wissen und die Probleme der Menschen sind auch mit dem  Anruf nicht weg.

 

Aber wir können entlasten und vermitteln, da ist jetzt jemand, der mich an der Hand nimmt.“  

 

Das tut sie nicht nur am Telefon, sondern wöchentlich auch in der Seelsorge im Geriatriezentrum im Kaiser-Franz-Josef-Spital.