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20.11.2017

Ohne spirituelle Praxis keine Gotteserfahrung

Der Mystiker Meister Eckhart sagte: „Ein Lebemeister ist besser denn tausend Lesemeister“. Was ist damit gemeint? von Mag. Andrea Pinz

 

 

 

Meister Eckhart hat selbst viel gelesen und viel geschrieben, also zum Lesen hinterlassen. Auch hatte er wichtige Funktionen in seinem Orden inne. Bei ihm sind Intellekt und Praxis, intellektuelle Gotteserfahrung und Lebenspraxis unlösbar verbunden, insofern ist er der Lehr-/Lesemeister und Lebemeister, Theoretiker und Organisator, Gelehrter und „Macher“, wie wir heute sagen würden.

 

Ein Meister, der um die Grenzen der Argumentation weiß, wenn es darum geht, den Menschen zu einer Erfahrung Gottes zu führen.

 

Wie kommen Menschen zu dieser Erfahrung Gottes? Das Tun, die Actio – im  Glauben begründet und vom Glauben her bestimmt –  ist Voraussetzung für das Erkennen.

 

Ohne (spirituelle) Praxis keine Gotteserfahrung. Paulus macht diese Erfahrung: „Ich bin von Christus ergriffen.“ (vgl. Phil 3, 8-12) Das setzt Energien frei, Engagement, Nachfolge.

 

Andererseits: Dieses Tun entspringt im und drängt zum Gebet, zur Feier der Liturgie, zum Lesen des Evangeliums.


Mögen viele Menschen durch ihre Lebenspraxis zu Ermöglichern der Gotteserfahrung werden, die ein Leben in Freiheit schenkt.