„Seit der Gründung des ,Diözesanen Missionskollegs Redemptoris Mater zur Priesterausbildung für die Neuevangelisierung‘ in Sparbach am 1. Oktober 1995 hatten wir 21 Priesterweihen“, zählt Rektor Giuseppe Rigosi auf: „Zwei der Priester wirken in Deutschland, einer in der Schweiz, zehn sind seelsorglich in der Erzdiözese Wien tätig und acht in den übrigen österreichischen Diözesen.“
„Redemptoris Mater“ (lat., „Mutter des Erlösers“) heißt die marianische Enzyklika von Papst Johannes Paul II. aus dem Jahr 1987.
Zur Zeit gehören 42 Seminaristen zum Haus in Sparbach, davon leben 22 im Haus. Sie kommen großteils aus Europa, aus den USA und aus Lateinamerika. Die Studenten absolvieren meist den ersten Abschnitt des Theologiestudiums an der „Philosophisch-Theologischen Hochschule Benedikt XVI.“ in Heiligenkreuz und den zweiten Abschnitt an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien. Grund: „Zum einen der Wunsch unseres Erzbischofs, zum anderen können die Studierenden aus dem Ausland in Heiligenkreuz leichter einsteigen“, sagt Rigosi.
Alle Jungen, die in einem der Seminare Redemptoris Mater in der ganzen Welt eintreten, „sind in ihren Heimatspfarren den neokatechumenalen Weg mindestens drei Jahre lang gegangen, eine Art Propädeutikum“ sagt Rigosi. Wer in eines der „Redemptoris Mater“-Häuser weltweit eintritt, ist „offen und bereit für die Mission und Neuevangelisierung“. Rigosi: „Wir bilden Priester für die Mission aus. Der Bischof kann den Neupriester dorthin senden, wo er gebraucht wird.“ Gerade heute gelte es, Menschen erstmals oder wieder neu „zum Glauben zu führen“. „Immer mehr sind der Kirche fern, wir wollen sie zu Christus führen“, sagt Rigosi. Der neokatechumenale Weg sei „eine Form der Einführung in den Glauben“.
Rigosi verweist auf das Zweite Vatikanische Konzil, konkret auf das Dekret über „Dienst und Leben der Priester“ (Nr. 10): „Die Priester mögen also daran denken, dass ihnen die Sorge für alle Kirchen am Herzen liegen muss. Deshalb sollen sich die Priester jener Diözesen, die mit einer größeren Zahl von Berufungen gesegnet sind, gern bereit zeigen, mit Erlaubnis oder auf Wunsch des eigenen Ordinarius ihren Dienst in Gegenden, in Missionsgebieten oder in Seelsorgsaufgaben auszuüben, in denen es an Klerus mangelt.“ Und: „Zu diesem Zweck können deshalb mit Nutzen internationale Seminare ... geschaffen werden.“ Die weltweit 86 „Redemptoris Mater“-Häuser seien „solche internationalen diözesanen Seminare“, betont Rigosi.
Jakob Ledermüller ist einer der 22, die in Sparbach leben. Er kommt aus der Erzdiözese Wien. Der 23-Jährige studiert im 5. Semester Theologie in Heiligenkreuz. Im Glauben geprägt wurde er von seiner Familie, die den neokatechumenalen Weg geht. Ledermüller: „Der Weg ist der Ort, wo ich Gott begegnet bin, wo ich meine Berufung entdeckt und gefunden habe.“ Er war schon ein Jahr in Israel auf Mission und ein Jahr auf Zypern. Als Priester will er den Menschen Jesus Christus „als Retter ihres Lebens“ verkünden.
Jorge Curiel kommt aus Mexiko. Auch er war schon auf Missionseinsatz, nämlich zwei Jahre in Chile. Der 29-Jährige studiert im achten Semester Theologie in Heiligenkreuz. Seine Berufung zum Priester hat auch er in der neokatechumenalen Gemeinschaft gefunden. Bei einem internationalen Treffen ist er „aufgestanden und hat sich bereit erklärt, in die Mission zu gehen“. Er will die Menschen in den Glauben einführen, sie lehren, „dass Glaube ein Geschenk“ ist. „Glaube braucht Gemeinschaft“, ist Curiel überzeugt.
Stefan Kronthaler
Nächste Katechesen des Neokatechumenats:
Pfarre St. Paul/Döbling (Pfarrsaal, Kardinal-Innitzer-Platz 1, Wien 19) ab Montag, 23. Jänner, jeweils Montag und Donnerstag um 19.30 Uhr.
Pfarre St. Brigitta (Pfarrsaal, Brigittagasse 1, Wien 20) ab Montag, 27. Februar, jeweils Montag und Donnerstag um 19.30 Uhr.