Dienstag 3. März 2026
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„Lieben und Gutes tun"

(8.1.2012) Die heimischen Bischöfe rufen zu mehr Zuversicht und Gottvertrauen auf.

Sich nicht von Angst und pessimistischen Prognosen lähmen zu lassen, dazu ruft der Kärntner Bischof Alois Schwarz zum Jahreswechsel auf. Trotz weltweiter Herausforderungen dürfen wir das neue Jahr „mit Zuversicht beginnen, da wir in Jesus Christus eine Zukunft haben, die über diese Welt hinaus reicht“.
    

Gegen ein unnötig übertriebenes Warnen vor Problemen und Defiziten in der Kirche spricht sich der Grazer Bischof Egon Kapellari aus. Die Kirche sei keinewegs „gelähmt“; sie bewege sich, für viele „freilich nicht in einem Tempo, das alle zufriedenstellt“. Außerdem mahnt er, „mit dem Prinzip Gehorsam, das selbstverständlich keinen blinden Gehorsam meint“, nicht leichtfertig umzugehen. Er sei davon überzeugt, „dass ein Widerstand gegen manche sehr plausibel erscheinende Veränderungen auch prophetisch sein kann“.
    

Sich 2012 um eine „Kultur der Hoffnung“ zu bemühen, ist dem Salzburger Erzbischof Alois Kothgasser wichtig, obwohl wir in einer Zeit leben, die „Zeichen von Angst und Resignation, dr Ermüdung und der Erfahrung von Druck und Belastung trägt“. „Perspektiven der Hoffnung“ gewinne man auch, „indem wir lieben und Gutes tun“, erklärte der Erzbischof mit Blick auf das „Jahr des Ehrenamts 2011“.
    

Als „Wort des Jahres 2011“ nennt der Innsbrucker Bischof Manfred Scheuer das Wort „Krise“. Trotzdem könne man auf „viel Schönes, Gutes und Wahres“ zurückblicken. Die Kritik an der Kirche wolle er „konstruktiv deuten, wenn und weil sie aus einer Leidenschaft für das Evangelium, für die Kirche und auch für den Priesterberuf heraus formuliert ist“. Er nehme „tatsächliche Nöte und Sorgen um das Leben der Pfarrgemeinden, um die Lebenskultur von Priestern und kirchlichen Mitarbeitern, um die Seelsorge für Menschen an den Knotenpunkten und auch an den Brüchen ihres Lebens“ wahr.
    

„Dass der größte Teil der Gläubigen trotz Problemen und Unkenrufe der Kirche die Treue hält“, dafür ist der St. Pöltener Bischof Klaus Küng dankbar. Auch wenn sich die Reihen gelichtet hätten, sei die Zahl der Kirchenbesucher nach wie vor groß und viele Menschen seien eng mit der Kirche verbunden. Mit Mit Blick auf die Pfarrgemeinderatswahlen im kommenden März sagte er: „Ich hoffe, dass sich auch künftig genug engagierte Gläubige finden, die gerade in Zeiten des Priestermangels das kirchliche Leben hochhalten und mithelfen, die Menschen für Gott zu gewinnen“.
    

In schwierigen Zeiten nicht auf jene zu vergessen, die am Rande der Gesellschaft stehen ist das Anliegen des Linzer Bischofs Ludwig Schwarz. Es ist unsere Aufgabe darauf zu schauen, wer heute „draußen stehen muss, weil drinnen kein Platz ist: in der eigenen Familie, in der Gesellschaft“. „Denken wir an die Flüchtlinge, die zu Hunderten im Mittelmeer ertrinken, weil zu wenig guter Wille da ist, sie zu bergen. Denken wir an die Asylanten und Obdachlosen, denken wir an die Arbeitslosen und auch an jene, die aus der Kirche austreten, weil sie meinen, in ihr keinen Platz mehr zu haben.“  
    

In der Politik brauche es wieder Moral, Ehrlichkeit, Gerechtigkeit und den Blick auf die Bedürfnisse der Menschen sowie auf das Gemeinwohl, forderte der Eisenstädter Bischof Ägidius Zsifkovics. In der Wirtschaft und Finanzwelt sollte ethisches Handeln und nicht Profit, Gewinn, Kapital und Spekulation oberstes Prinzip sein. In Bildung, Forschung, Medizin und Wissenschaft sollten natürliche Grenzen und Vorgaben des Schöpfers nicht ignoriert werden“.
  

 „Weil das soziale Netz unter der Last der Schulden zu zerreißen droht, spricht sich die Kirche für die Schuldenbremse aus“, betonte Kardinal Christoph Schönborn. Die ohnehin Armen sollten deshalb den Gürtel aber nicht noch enger schnallen müssen. Wer mehr habe, müsse auch bereit sein, mehr zu geben, mahnt der Erzbischof. „Der nächsten Generation werde es vielleicht nicht so gut gehen wie der heutigen“. „Schuld daran sei der riesige Schuldenberg, den wir angesammelt haben, weil wir über unsere Verhältnisse gelebt haben.“ Künftig seien Qualitäten wie Verantwortungsbewusstsein, Gemeinschaftssinn und Maßhalten deshalb besonders wichtig.
    

Auf die „dramatische“ Zunahme des Hungers in der Welt hat schießlich der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker hingewiesen. Hunger habe Ursachen, die geändert werden könnten, „wenn der politische Wille dafür nur da wäre“. Es mangle nicht an Nahrungsmitteln, es mangle an Solidarität und Gerechtigkeit.    

 

kap/lin

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