Christen sollen für ihre Verfolger beten, wie es der heilige Stephanus als erster Märtyrer der Kirche selbst getan hat. Dazu hat Kardinal Christoph Schönborn bei seiner Predigt am Stephanitag im Stephansdom angesichts der gegenwärtigen Verfolgung von Christen aufgefordert. Die Ursachen für die Verfolgung und Benachteiligung von rund 250 Millionen Christen weltweit seien „vielfältig“.
Als „tiefsten Grund für Christenverfolgung“ nannte der Kardinal „Jesus, weil er eine Provokation ist, die zur Entscheidung herausfordert und weil er uns an die Schuld erinnert“.
Dieser tiefste Grund zeige sich auch deutlich im Sterben des Erzmärtyrers Stephanus. In seiner vom Evangelisten Lukas überlieferten Rede des Stephanus (Apostelgeschichte 7,2-53) habe dieser den Hohen Rat an seine Verantwortung für den „Justizmord“ an Jesus Christus erinnert. Diese Konfrontation mit der eigenen Schuld habe sie so sehr getroffen, dass sie Stephanus umgebracht haben, „weil sie den Namen Jesu zum Schweigen bringen wollten“, betonte der Erzbischof. „Herr, rechne ihnen ihre Schuld nicht an“, dieses Gebet des Stephanus für seine Verfolger gebe dem Martyrium eine tiefen Sinn, mache es zum „Segen“ und bleibe verpflichtendes Vorbild für Christen.
Beim Gottesdienst wurde auch der Toten und Verletzten der Attentate in Nigeria gedacht.
Schon in der frühen Kirche zeige sich, dass Diakone notwendige und „hochqualifizierte Helfer der Apostel“ sind. Von Anfang an, hätten sie nicht nur eine wichtige Aufgabe im Bereich der Caritas durch den „Dienst an den Tischen“. Diakone seien damals wie heute durch ihre hohe Qualifikation „zum Dienst in der Verkündigung und Evangelisierung“ berufen. Das unterstrich der Erzbischof beim Festgottesdienst zum Patrozinium des Stephansdoms, wo die Ständigen Diakone im Beisein ihrer Familien das Weiheversprechen erneuerten.
Im Rahmen des Diakonen-Festes wurde Diakon Ernst Gremel (Diözesanrichter) zum Erzbischöflichen Konsistorialrat ernannt. Zu Geistlichen Räten wurden ernannt: Diakon Karl-Heinz Schlevoigt (Dompfarre St. Stephan, Wien 1), Seine pastoralen Schwerpunkte: Trauerpastoral und Gestaltung von Wort-Gottes-Feiern; Diakon Erich Weber (Pfarre Siebenhirten, Wien 23), seine pastoralen Schwerpunkte: Beratung und Betreuung von Caritas-Belangen; Diakon Erich Überbacher (Pfarre St. Benedikt am Leberberg, Wien 11), seine pastoralen Schwerpunkte: Pfarre und Dekanat Wien 11 sowie Begräbnisseelsorge. Diakon Andreas Frank (Neuguntramsdorf), seine pastoralen Schwerpunkte: Pfarrassistent, Vizeausbildungsleiter für das „Institut des Ständigen Diakonats“.
kap/kron
Am Beginn des Gottesdienstes erinnerte der Erzbischof daran, dass Kardinal Franz König am 26. Dezember 1970 die ersten Ständigen Diakone nach Wiedereinführung durch das Zweite Vatikanische Konzil im Stephansdom geweiht hat.
Derzeit gibt es in der Erzdiözese Wien 170 ständige Diakone, in ganz Österreich sind es über 650, auf Weltkirchenebene über 40.000. In der Erzdiözese Wien wirkt fast in jeder vierten Pfarre ein Ständiger Diakon.