Samstag 21. Februar 2026

Schnellsuche auf der Website

Formung der anderssprachigen Gemeinde in der Canisiumskirche durch Weihbischof Scharl 2024
Erzdiözese Wien/Schönlaub, Erzdiözese Wien/ Schönlaub / Formung der anderssprachigen Gemeinde in der Canisiumskirche durch Weihbischof Scharl 2024
13.01.2026

Die Weihbischöfe von Wien

Ein Weihbischof ist ein katholischer Bischof ohne eigenes Bistum, der den Diözesanbischof in dessen Leitungsaufgaben unterstützt. Er besitzt die volle bischöfliche Weihe und übernimmt liturgische, pastorale und administrative Aufgaben, die in einer großen Diözese wie Wien nicht von einer einzelnen Person getragen werden können.

 

Dazu zählen Firmungen, Visitationen, die Vertretung des Erzbischofs bei Gottesdiensten und offiziellen Anlässen sowie verantwortliche Funktionen in der Diözesanleitung.

 

Sein Titularsitz – eine historische, heute nicht mehr bestehende Diözese – macht sichtbar, dass ein Bischof seinem Wesen nach Vorsteher einer Ortskirche ist, auch wenn er diese Aufgabe stellvertretend ausübt.

Johannes Schmitzberger OSB

  • Geboren: 1630 in Neukirchen bei Lambach
  • Gestorben: 28. August 1683
  • Ernennung: 18. Dezember 1673 zum Weihbischof und Titularbischof von Helenopolis
  • Bischofsweihe: 28. Jänner 1674

Schmitzberger trat 1649 in das Benediktinerstift ein und wurde 1651 zum Priester geweiht. Als Abt des Schottenstiftes (ab 1669) führte er das traditionsreiche Kloster durch eine Phase geistlicher und wirtschaftlicher Konsolidierung. Seine Ernennung zum Weihbischof fiel in eine Zeit intensiver kirchlicher Reformen nach dem Dreißigjährigen Krieg. Als Weihbischof unterstützte er die liturgische Erneuerung und die Stärkung der Priesterausbildung. Er blieb bis zu seinem Tod im Amt und wurde als verlässliche Stütze des Wiener Episkopats geschätzt.

 

Joseph Heinrich von Braitenbücher

  • Geboren: 14. April 1676 in Wien
  • Gestorben: 24. Februar 1749
  • Ernennung: 12. April 1728 zum Weihbischof und Titularbischof von Antigonea
  • Bischofsweihe: 16. Mai 1728

Von Braitenbücher wurde 1699 zum Priester geweiht und wirkte zunächst in der Seelsorge und Priesterausbildung. Seine Ernennung zum Weihbischof erfolgte unter Kardinal Sigismund von Kollonitz, der die Erzdiözese Wien organisatorisch und pastoral neu ausrichtete. Von Braitenbücher war über zwei Jahrzehnte hinweg ein zentraler liturgischer Vertreter des Erzbischofs, insbesondere bei Firmungen und Visitationen. Seine lange Amtszeit steht für Kontinuität und Stabilität in einer Phase wachsender Stadt- und Bevölkerungsentwicklung.

 

Franz Xaver Anton Marxer

  • Geboren: 20. Mai 1703 in Heiligkreuz (Ruggell)
  • Gestorben: 25. Mai 1775 in Wien
  • Ernennung: 1749 zum Weihbischof und Generalvikar

Marxer war einer der bedeutendsten kirchlichen Gelehrten seiner Zeit. Nach Studien in Wien promovierte er in Theologie und Philosophie und wurde 1732 Professor, später Dekan der theologischen Fakultät. Sein soziales Engagement prägte Wien nachhaltig: Als Vorstand der Armenkasse reorganisierte er das Armenwesen und gründete 1742 das erste Wiener Waisenhaus – ein Meilenstein der städtischen Sozialgeschichte.

 

Als Weihbischof und Generalvikar war er enger Mitarbeiter von Maria Theresia und Erzbischof Migazzi. Seine Tätigkeit verband theologische Gelehrsamkeit, soziale Verantwortung und administrative Kompetenz. Er wurde in der Wallfahrtskirche Gutenbrunn beigesetzt – ein Hinweis auf seine hohe Wertschätzung.

 

Adam Dwerditsch

  • Geboren: 3. Februar 1715 in Sierndorf
  • Gestorben: 8. Februar 1778
  • Ernennung: 17. Juli 1775 zum Weihbischof und Titularbischof von Paphus
  • Bischofsweihe: August 1775

Dwerditsch wurde 1738 zum Priester geweiht und war über Jahrzehnte in der Seelsorge tätig, bevor er 1775 zum Weihbischof berufen wurde. Seine Amtszeit war kurz, aber geprägt von pastoraler Nähe und liturgischer Präsenz. Er starb bereits 1778, nur drei Jahre nach seiner Weihe.

 

Edmund Maria Josef Artz von und zu Vasegg

  • Geboren: 12. Mai 1739 in Einsberg (Südtirol)
  • Gestorben: 3. Mai 1805
  • Ernennung: 28. September 1778 zum Weihbischof und Titularbischof von Teos
  • Bischofsweihe: 13. Dezember 1778

Artz wurde 1766 zum Priester geweiht und stieg rasch in zentrale kirchliche Ämter auf: Domherr, später Dompropst von St. Stephan und Kanzler der Universität Wien. Als Generalvikar (1777–1803) war er einer der wichtigsten Mitarbeiter Erzbischof Migazzis und prägte die Verwaltung der Erzdiözese in einer Zeit tiefgreifender Reformen. Seine lange Amtszeit als Weihbischof (1778–1805) machte ihn zu einer Schlüsselfigur der kirchlichen Erneuerung im ausgehenden 18. Jahrhundert.

 

Anton Maria Martin Ritter von Stegner

  • Geboren: 11. November 1710 in Wien
  • Gestorben: 28. Mai 1778
  • Ernennung: 30. März 1778 zum Weihbischof und Titularbischof von Corycus
  • Bischofsweihe: 3. Mai 1778

Von Stegner wurde 1734 zum Priester geweiht und war über Jahrzehnte in der Seelsorge und Verwaltung tätig. Seine Bischofsweihe erfolgte nur wenige Wochen vor seinem Tod. Obwohl seine Amtszeit extrem kurz war, zeigt seine Berufung das Vertrauen, das Erzbischof Migazzi in seine Erfahrung setzte.

 

Anton Kautschitz (Anton Kavčič)

  • Geboren: 8. Dezember 1743 in Idria (Idrija, Slowenien)
  • Gestorben: 17. März 1814
  • Ernennung: 23. September 1805 zum Weihbischof und Titularbischof von Zela

Kautschitz trat 1761 in den Jesuitenorden ein und wurde 1773 zum Priester geweiht. Nach der Aufhebung des Ordens wirkte er als Theologe, Kanzleidirektor und Domherr in Wiener Neustadt und St. Pölten. Seine Karriere spiegelt die Umbrüche des Josephinismus wider: Er war maßgeblich an der Neuorganisation der Diözesen beteiligt. 1803 wurde er Generalvikar in Wien, 1805 Weihbischof. Bereits 1807 wurde er zum Bischof von Laibach berufen – ein Zeichen seiner hohen administrativen und pastoralen Kompetenz. Er starb 1814 als einer der prägenden Kirchenmänner seiner Generation.

 

Johann Nepomuk Ritter von Dankesreither OSB

  • Geboren: 22. Jänner 1750 in Wien
  • Gestorben: 10. Juni 1823
  • Ernennung: 24. August 1807 zum Titularbischof von Pella; Weihbischof ab 1807

Dankesreither war Benediktiner, später Weltpriester und ein profilierter Vertreter des josephinischen Staatskirchentums. Er wirkte als Professor, Vizerektor des Generalseminars, später als hoher Beamter im Staats- und Konferenzrat. Als Dompropst, Generalvikar und Weihbischof war er einer der einflussreichsten Kirchenmänner Wiens. 1816 wurde er Bischof von St. Pölten, wo er die josephinische Tradition fortsetzte. Er starb 1823 und wurde im Dom zu St. Pölten beigesetzt.

 

Matthias Paulus Steindl

  • Geboren: 24. September 1761 in Wieden
  • Gestorben: 2. Mai 1828 in Wien
  • Ernennung: 14. April 1817 zum Weihbischof und Titularbischof von Antaeopolis
  • Bischofsweihe: 15. Mai 1817

Steindl war ein profilierter Theologe und Universitätslehrer. Als Präfekt des Generalseminars, später als Professor, Dekan und Rektor der Universität Wien prägte er die Priesterausbildung nachhaltig. 1817 wurde er Generalvikar und Weihbischof der Erzdiözese Wien. Seine Amtszeit fällt in die Phase nach den napoleonischen Kriegen, in der die Kirche ihre Strukturen neu ordnete. 1821 wurde er Domkustos. Er starb 1828 nach einer langen und vielseitigen kirchlichen Laufbahn.

 

Johann Baptist Schneider

  • Geboren: 28. Mai 1840 in Gaunersdorf
  • Gestorben: 26. Jänner 1905 in Wien
  • Ernennung: 25. Juni 1896 zum Weihbischof und Titularbischof von Parnassus
  • Bischofsweihe: 23. August 1896 durch Erzbischof Anton Josef Gruscha

Schneider erhielt seine Ausbildung am Schottengymnasium und im fürsterzbischöflichen Knabenseminar, bevor er 1860 ins Wiener Priesterseminar eintrat. 1864 wurde er zum Priester geweiht, 1869 promovierte er zum Dr. theol. und studierte anschließend in Rom Kirchenrecht, wo er im Priesterkolleg Santa Maria dell’Anima lebte. Er übernahm rasch zentrale Aufgaben in der Erzdiözese: Hofkaplan, Hofburg-Pfarrvikar, Professor der Fundamentaltheologie, Hof- und Burgpfarrer sowie Pfarrer von St. Augustin. 1891 wurde er Kanonikus von St. Stephan. Als Weihbischof ab 1896 war er ein enger Mitarbeiter Kardinal Gruschas, der ihn 1898 zum Generalvikar ernannte. 1899 wurde er Dompropst von St. Stephan – ein Amt, das seine herausragende Stellung im Wiener Klerus unterstreicht. Schneider starb 1905 im Dienst der Erzdiözese.

 

Laurenz Mayer (Laurentius Mayer)

  • Geboren: 26. Juli 1828 in Markgrafneusiedl
  • Gestorben: 13. Mai 1912 in Wien
  • Ernennung: 11. Jänner 1899 zum Weihbischof und Titularbischof von Dioclea
  • Bischofsweihe: 22. Jänner 1899 durch Nuntius Emidio Taliani

Mayer studierte Philosophie, Jura und Theologie in Wien und wurde 1853 zum Priester geweiht. Nach ersten seelsorglichen Aufgaben wurde er Subrektor und Studienpräfekt des Wiener Priesterseminars. 1859 promovierte er zum Dr. theol.

Seine Nähe zum Kaiserhaus prägte seine Laufbahn: Ab 1863 war er Religionslehrer von Kronprinz Rudolf und Erzherzogin Gisela, ab 1868 Beichtvater Kaiser Franz Josephs und später auch Kaiserin Elisabeths. 1870 wurde er Kanonikus von St. Stephan, 1876 Hof- und Burgpfarrer – damit persönlicher Seelsorger der kaiserlichen Familie. Auf Wunsch des Kaisers wurde er 1899 zum Weihbischof ernannt. Mayer begleitete Kronprinz Rudolf 1881 auf einer Orientreise, war 1889 an der Überführung seines Leichnams beteiligt und empfing 1898 die sterblichen Überreste der ermordeten Kaiserin Elisabeth. Er galt als gebildet, liebenswürdig und einflussreich, wurde vielfach ausgezeichnet und war Träger des Komturkreuzes mit Stern des Franz-Joseph-Ordens. Von 1904 bis 1912 war er Präsident der „Gesellschaft zur Herausgabe von Denkmälern der Tonkunst in Österreich“.

Mayer starb 1912 und wurde am Hietzinger Friedhof beigesetzt. Ihm folgte Ernst Seydl als letzter Hof- und Burgpfarrer Wiens.

 

Godfried (Gottfried) Marschall

  • Geboren: 1. Oktober 1840 in Neudorf bei Staatz
  • Gestorben: 23. März 1911 in Wien
  • Ernennung: 15. Jänner 1901 zum Weihbischof und Titularbischof von Orthosias in Caria
  • Bischofsweihe: 12. Mai 1901 durch Nuntius Emidio Taliani

Marschall erhielt seine Ausbildung in Nikolsburg, im Wiener Knabenseminar und im Priesterseminar. 1864 wurde er zum Priester geweiht, anschließend studierte er in Rom Theologie und Kirchenrecht und promovierte 1866. Wie Schneider lebte auch er während seines Romaufenthalts im Priesterkolleg Santa Maria dell’Anima.

 

Er war Religionslehrer des Erzherzogs Franz Ferdinand, ab 1880 Domherr von St. Stephan und Propst der Votivkirche. 1887 war er Kandidat für den Bischofssitz von Gurk, wurde jedoch nicht ernannt. Seine Rolle im Umfeld des Thronfolgers war ambivalent: Auf Wunsch Kaiser Franz Josephs versuchte er, die Ehe Franz Ferdinands mit Sophie Chotek zu verhindern – ein Eingriff, der ihm die Nähe zum Thronfolger kostete. Die Tatsache, dass er nicht zur Taufe von dessen Tochter Sophie geladen wurde, sorgte für Spekulationen.

 

1901 wurde er Weihbischof in Wien. Nach dem Tod Schneiders wurde er 1905 Generalvikar und Dompropst von St. Stephan. Da Kardinal Gruscha in seinen letzten Jahren taub und blind war, übernahm Marschall viele Leitungsaufgaben und wurde beim Volk sehr beliebt.Obwohl viele ihn als logischen Nachfolger Gruschas sahen, wurde 1910 Franz Xaver Nagl zum Koadjutor mit Nachfolgerecht ernannt. Marschall legte daraufhin sein Amt nieder und unternahm eine Pilgerreise ins Heilige Land, von der er schwer krank zurückkehrte.

 

1911 wurde der Marschallplatz in Wien-Meidling nach ihm benannt.

 

Hermann Zschokke

  • Geboren: 16. Juni 1838 in Böhmisch Leipa
  • Gestorben: 23. Oktober 1920 in Wien
  • Ernennung: 1910 zum Titularbischof von Caesarea Philippi und Weihbischof in Wien
  • Bischofsweihe: 11. Dezember 1910 durch Erzbischof Franz Xaver Nagl

Zschokke wurde 1861 zum Priester geweiht und promovierte bereits 1863 zum Doktor der Theologie. Früh verband er seelsorgliche Tätigkeit mit wissenschaftlicher Arbeit. Als Rektor des österreichisch‑ungarischen Pilgerhauses in Jerusalem (1864–1866) vertiefte er seine Kenntnisse der biblischen Sprachen. Nach seiner Rückkehr wurde er Hofkaplan und Dozent für semitische Dialekte und Exegese, 1870 schließlich ordentlicher Professor für Alttestamentliche Bibelwissenschaften an der Universität Wien. Er war Dekan und 1884/85 Rektor der Universität.

 

Nach seiner Emeritierung 1892 wurde er Domherr von St. Stephan und übernahm verschiedene Aufgaben im Domkapitel. Als Nachfolger Godfried Marschalls wurde er Großmeister‑Procurator des Ritterordens vom Heiligen Grab in Österreich. 1901 wurde er Mitglied des Herrenhauses des Reichsrats, 1905 Sektionschef für die Beziehungen zwischen Staat und Kirche. 1910 ernannte ihn Papst Pius X. zum Weihbischof. Zschokke war ein weitgereister Gelehrter; seine Aufzeichnungen über Studienreisen nach Skandinavien, Russland, Frankreich, Spanien und Nordamerika fanden große Beachtung.

 

Josef Pfluger

  • Geboren: 17. Februar 1857 in Raab (Oberösterreich)
  • Gestorben: 10. Jänner 1929 in Wien
  • Ernennung: 30. November 1911 zum Titularbischof von Arpasa und Weihbischof in Wien; 1927 Titularerzbischof von Macra
  • Bischofsweihe: 17. Dezember 1911 durch Kardinal Franz Xaver Nagl

Pfluger trat 1881 in das Priesterkolleg Santa Maria dell’Anima in Rom ein und studierte Kirchenrecht an der Gregoriana. Im selben Jahr wurde er zum Priester geweiht. Nach seiner Rückkehr nach Wien wurde er Zeremoniar Kardinal Ganglbauers, 1890 promovierte er zum Doktor der Theologie und wurde Ordinariatskanzler. 1900 wurde er Domherr von St. Stephan, 1911 Generalvikar unter Erzbischof Nagl. Noch im selben Jahr ernannte man ihn zum Weihbischof. Nach Nagls Tod leitete Pfluger 1913 die Erzdiözese als Kapitularvikar.

 

Auch unter Erzbischof Piffl blieb er Generalvikar und Domherr. 1927 wurde er zum Titularerzbischof erhoben – eine persönliche Auszeichnung für seine langjährige administrative Kompetenz. Er war Mitkonsekrator bei der Bischofsweihe Michael Memelauers (1927) und amtierte von 1921 bis 1929 als Kanzler der Katholisch‑Theologischen Fakultät der Universität Wien. Pfluger starb 1929 und wurde im Kapitelsgrab am Wiener Zentralfriedhof beigesetzt.

 

Ernst Karl Josef Seydl

  • Geboren: 8. Oktober 1872 in Mnischek (Böhmen)
  • Gestorben: 27. September 1952 in Wien
  • Ernennung: 30. September 1918 zum Titularbischof von Eucarpia und Weihbischof in Wien
  • Bischofsweihe: 30. November 1918 durch Kardinal Friedrich Gustav Piffl

Seydl wurde 1895 zum Priester geweiht und promovierte zum Doktor der Theologie. 1912 ernannte ihn Kaiser Franz Joseph zum Hof‑ und Burgpfarrer als Nachfolger von Laurenz Mayer – ein Amt, das ihn zum persönlichen Seelsorger des Monarchen machte. Er begleitete Franz Joseph in dessen Sterbestunde.

 

Auf Wunsch Kaiser Karls I. wurde er 1918 zum Weihbischof ernannt. Nur wenige Wochen später spendete ihm Kardinal Piffl die Bischofsweihe. Nach dem Sturz der Monarchie begleitete Seydl die kaiserliche Familie 1919 ins Schweizer Exil und gehörte dort zum kleinen Hofstaat um Karl und Zita. Er war Ehrenmitglied der KÖHV Nordgau Wien und wirkte bis zu seinem Tod 1952 als Weihbischof. Seine Grabstätte befindet sich in den Domherrengräbern am Wiener Zentralfriedhof.

 

Franz Kamprath

  • Geboren: 29. Oktober 1871 in Neutitschein (Mähren)
  • Gestorben: 8. April 1952 in Wien
  • Ernennung: 15. Februar 1929 zum Titularbischof von Stadia und Weihbischof in Wien; 1944 Titularerzbischof von Carpathus
  • Bischofsweihe: 31. März 1929 durch Kardinal Piffl

Kamprath wurde 1894 zum Priester geweiht und promovierte zum Doctor theologiae. Er war enger Mitarbeiter Kardinal Gruschas als Geheimsekretär und Zeremoniar. 1929 ernannte ihn Papst Pius XI. zum Weihbischof. Nach dem Tod Kardinal Piffls leitete er die Erzdiözese als Kapitularvikar bis zur Ernennung Theodor Innitzers. Ab 1939 war Kamprath Generalvikar und Dompropst – zentrale Leitungsämter in einer politisch schwierigen Zeit. 1944 wurde er zum Titularerzbischof erhoben. Er war Ehrenmitglied mehrerer katholischer Studentenverbindungen und blieb bis zu seinem Tod 1952 eine prägende Gestalt der Wiener Kirchenleitung.

 

Franz Jachym

  • Geboren: 3. September 1910 in Wien
  • Gestorben: 29. November 1984 in Wien
  • Ernennung: 20. Jänner 1950 zum Koadjutor und Titularerzbischof von Maronea
  • Bischofsweihe: 19. Mai 1950 in Rom durch Kardinal Innitzer

Jachym erhielt seine Ausbildung im Knabenseminar Hollabrunn und im Wiener Priesterseminar. 1936 wurde er zum Priester geweiht und war zunächst Kooperator in Purkersdorf. Noch im selben Jahr wurde er erzbischöflicher Zeremoniär.

 

Während des NS‑Regimes wurde er 1938 beim Sturm der Hitlerjugend auf das Erzbischöfliche Palais verletzt. 1941 promovierte er zum Doktor der Theologie, 1947 habilitierte er sich für Moraltheologie und wurde 1949 Professor an der Universität Wien. 1950 wurde er zum Koadjutor der Erzdiözese Wien ernannt. Die geplante Bischofsweihe im Stephansdom brach er während der Feier ab – ein bis heute ungeklärter Vorgang, den er später mit Distanzierung von Intrigen gegen Kardinal Innitzer begründete.

 

Nach einer Audienz bei Papst Pius XII. erhielt er die Weihe in Rom. Als Koadjutor sedi datus war er nicht Innitzer persönlich, sondern der Diözese selbst beigegeben – ein Amt, das er auch unter Kardinal König fortführte. Jachym war Konzilsvater beim Zweiten Vatikanischen Konzil, von 1969 bis 1980 Generalvikar, ab 1972 Dompropst und Kanzler der Katholisch‑Theologischen Fakultät. Er starb 1984 und wurde in der Bischofsgruft des Stephansdoms beigesetzt. Seit 1992 erinnert der Franz‑Jachym‑Platz in Wien‑Favoriten an ihn.

 

Joseph Streidt

  • Geboren: 20. März 1905 in Wien
  • Gestorben: 28. Jänner 1961 in Wien
  • Ernennung: 3. August 1956 zum Weihbischof und Titularbischof von Macri
  • Bischofsweihe: 28. Oktober 1956 durch Kardinal Franz König

Streidt wuchs in Wien auf, besuchte jedoch das Gymnasium in Graz. Nach einem begonnenen Jusstudium trat er 1927 ins Wiener Priesterseminar ein und studierte Theologie. Im selben Jahr wurde er Mitglied der KÖStV Austria Wien. 1931 empfing er die Priesterweihe und wirkte zunächst als Kaplan in Bruck an der Leitha.

 

Von 1933 bis 1937 war er Zeremoniar Kardinal Innitzers und promovierte 1937 zum Dr. theol. Anschließend studierte er Kirchenrecht an der Gregoriana in Rom. Nach seiner Rückkehr wurde er Domvikar und Domprediger an St. Stephan.

 

Während des Zweiten Weltkriegs leitete er die Rechtsabteilung des Ordinariats – eine Schlüsselstelle in schwieriger Zeit. 1945 wurde er Päpstlicher Ehrenkämmerer, 1952 Päpstlicher Hausprälat. 1953 ernannte ihn Kardinal Innitzer zum Generalvikar; Kardinal König bestätigte ihn später im Amt. 1956 wurde Streidt zum Weihbischof ernannt. Er starb 1961 überraschend an einem Herzanfall während einer Konferenz. Sein Neffe ist der bekannte Sportmoderator Sigi Bergmann.

 

Jakob Weinbacher

  • Geboren: 20. Dezember 1901 in Wien
  • Gestorben: 15. Juni 1985 in Wien
  • Ernennung: 1962 zum Weihbischof und Titularbischof von Thala
  • Bischofsweihe: 1. Juli 1962 durch Kardinal Franz König

Weinbacher wurde 1924 zum Priester geweiht und wirkte zunächst in der Pfarrseelsorge. 1926 wurde er erzbischöflicher Zeremoniär, 1930 promovierte er zum Dr. theol., 1932 zum Dr. iur. can. und wurde Sekretär Kardinal Innitzers.

 

1938 verteidigte er gemeinsam mit Franz Jáchym das Erzbischöfliche Palais gegen den Angriff der Hitlerjugend. 1939 wurde er verhaftet, 1940 ins KZ Dachau deportiert und anschließend nach Pommern verbannt. 1943 erfolgte eine zweite Verhaftung und fast zweijährige Haft in Stettin.

 

Nach 1945 wurde er Domkapitular, später Leiter der Caritas Österreich (1947–1952) und Generalvikar (1950–1952). Als Apostolischer Protonotar war er von 1952 bis 1961 Rektor der Anima in Rom und ab 1961 erneut Generalvikar.1962 ernannte ihn Papst Johannes XXIII. zum Weihbischof.

 

Weinbacher war Konzilsvater aller vier Sitzungsperioden des Zweiten Vatikanischen Konzils und prägte als langjähriger Sekretär der Österreichischen Bischofskonferenz (1961–1977) die kirchliche Landschaft nachhaltig.

Er wurde in der Domherrengruft des Stephansdoms beigesetzt.

 

Karl Moser

  • Geboren: 9. Jänner 1914 in Förthof/Stein an der Donau
  • Gestorben: 19. September 1991
  • Ernennung: 9. Juli 1969 zum Weihbischof und Titularbischof von Absorus
  • Bischofsweihe: 12. Oktober 1969 durch Kardinal Franz König

Moser wurde 1938 in Rom zum Priester geweiht. 1953 wurde er Ordinariatskanzler und Wirklicher Konsistorialrat, 1958 Domkapitular der rudolfinischen Stiftung. Von 1985 bis zu seinem Tod war er Dompropst von St. Stephan. 1961 wurde er gemeinsam mit Jakob Weinbacher Generalvikar der Erzdiözese Wien. 1969 folgte Franz Jachym den beiden im Amt nach. Im selben Jahr wurde Moser zum Weihbischof ernannt. Seine Bischofsweihe erhielt er im Stephansdom. Er starb 1991 und wurde in der Domherrengruft beigesetzt.

 

Florian Kuntner

  • Geboren: 22. März 1933 in Kirchberg am Wechsel
  • Gestorben: 30. März 1994 in Wien
  • Ernennung: 30. September 1977 zum Weihbischof und Titularbischof von Hirina
  • Bischofsweihe: 20. November 1977 durch Kardinal Franz König

Kuntner besuchte das Knabenseminar Hollabrunn und studierte anschließend Theologie in Wien. 1957 wurde er zum Priester geweiht und wirkte als Kaplan in mehreren Pfarren. Ab 1960 war er Studienpräfekt in Hollabrunn, ab 1962 Pfarrer von Piesting. Von 1969 bis 1987 war er Bischofsvikar für das Vikariat Unter dem Wienerwald, ab 1971 Propstpfarrer in Wiener Neustadt. 1977 wurde er zum Weihbischof ernannt. Er engagierte sich stark für Mission und Entwicklungshilfe und wurde 1987 Bischofsvikar für diesen Bereich. Kuntner war Mitglied mehrerer katholischer Studentenverbindungen und seit 1985 Domkapitular. Er starb 1994 an einer Tropenkrankheit, die er sich auf einer Afrikareise zugezogen hatte.

 

Sein Wirken für eine offene, sozial engagierte Kirche wird bis heute erinnert: durch den Florian‑Kuntner‑Platz in Kirchberg am Wechsel und den seit 2007 verliehenen Florian‑Kuntner‑Preis.

 

Helmut Krätzl

  • Geboren: 23. Oktober 1931 in Wien
  • Gestorben: 2. Mai 2023 in Wien
  • Ernennung: 20. September 1977 zum Weihbischof und Titularbischof von Heraclea Pontica
  • Bischofsweihe: 20. November 1977 durch Kardinal Franz König

Krätzl wurde 1954 von Kardinal Innitzer zum Priester geweiht und wirkte zunächst als Kaplan in Baden bei Wien. 1956 wurde er Zeremoniär von Erzbischof Franz König. 1959 promovierte er zum Doktor der Theologie. 1960 überlebte er gemeinsam mit König einen schweren Autounfall auf dem Weg zum Begräbnis von Kardinal Stepinac. Beide wurden lebensgefährlich verletzt; Krätzl blieb lange gehbehindert – ein biografischer Einschnitt, der seine Spiritualität und pastorale Haltung prägte.

 

Er studierte anschließend Kirchenrecht an der Gregoriana in Rom und promovierte 1964. Während des Zweiten Vatikanischen Konzils wirkte er als Stenograf an der Protokollierung mit – ein unmittelbarer Einblick in die kirchliche Weltgeschichte. Von 1964 bis 1969 war er Pfarrer in Laa an der Thaya, danach Ordinariatskanzler der Erzdiözese Wien. 1977 wurde er zum Weihbischof ernannt. Als Wahlspruch wählte er In der Kraft Gottes und verzichtete bewusst auf ein Bischofswappen.

 

Zwischen 1981 und 1985 war er Generalvikar. Nach dem Rücktritt Kardinal Königs fungierte er bis 1986 als Diözesanadministrator und wurde von vielen als möglicher Erzbischof gewünscht. Groer ernannte ihn 1987 zum Bischofsvikar für Erwachsenenbildung und Priesterfortbildung; unter Kardinal Schönborn blieb er in dieser Funktion und wurde 2004 Bischofsvikar für ökumenische Fragen. In der Bischofskonferenz war er für schulische Angelegenheiten, Erwachsenenbildung, das Bibelwerk und das Seminar für Kirchliche Berufe zuständig. Er förderte Erneuerungsbewegungen wie Marriage Encounter.

 

Sein Buch Im Sprung gehemmt (1998) wurde breit rezipiert und gilt als kritische, konstruktive Stimme zur Umsetzung des Zweiten Vatikanischen Konzils.

 

2008 nahm Papst Benedikt XVI. seinen altersbedingten Rücktritt an. 2014 sprach er sich öffentlich für mutige Reformschritte in Fragen des Zölibats und der Interkommunion aus.

 

Krätzl starb 2023 im Alter von 91 Jahren. Er wurde in der Domherrengruft des Stephansdoms beigesetzt.

 

Alfred Kostelecky

  • Geboren: 15. Mai 1920 in Wien
  • Gestorben: 22. Februar 1994 in Wien
  • Ernennung: 12. November 1986 zum Militärbischof von Österreich; zuvor Weihbischof in Wien (Titularbischof von Aggar)
  • Bischofsweihe: 14. Dezember 1986 durch Kardinal Hans Hermann Groër

Kostelecky begann 1938 sein Theologiestudium in Wien und engagierte sich in der Widerstandsgruppe „Eisen“. Noch im selben Jahr wurde er von der Gestapo verhaftet. 1940 wurde er zur Wehrmacht eingezogen und kehrte schwer verwundet von der Ostfront und aus Frankreich zurück – mit einer lebenslangen Beinbeeinträchtigung. Nach Kriegsende setzte er sein Studium fort und wurde 1948 zum Priester geweiht.

 

1949 begann er ein kirchenrechtliches Doktoratsstudium an der Anima in Rom, das er 1954 abschloss. Danach war er Domvikar und Advokat am kirchlichen Gericht in Wien. Er wurde Sekretär der Bischofskonferenz (1956), Kanzleidirektor (1959), Vizeoffizial (1961) und Offizial (1980). 1967 wurde er Domkapitular, 1977 erneut Sekretär der Bischofskonferenz.

 

Bis 1986 lag die Militärseelsorge in Österreich in päpstlicher Verantwortung. Mit der Apostolischen Konstitution Spirituali militum curae wurde die Militärseelsorge neu geordnet und Militärbischöfe konnten ernannt werden. Kostelecky wurde 1986 der erste Militärbischof Österreichs mit voller Jurisdiktion. Sein Wahlspruch lautete Pax et Iustitia. Als Titularbischof von Aggar war er bis 1990 Weihbischof in Wien, danach Titularbischof von Neostadiensis. Er weihte auch seinen späteren Nachfolger Christian Werner zum Bischof.

 

Während seiner Amtszeit wurde das Militärvikariat in ein Militärordinariat überführt und die notwendigen diözesanen Strukturen aufgebaut. Kostelecky band Laien – besonders aus der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Soldaten – aktiv in die Verwaltung ein. Er starb 1994 und wurde gemäß seinem Wunsch in der St.-Georgs-Kathedrale in Wiener Neustadt beigesetzt, wo ein eigens adaptierter Raum seinen Marmorsarkophag und sein Bischofswappen beherbergt. Kostelecky war Mitglied zahlreicher katholischer Studentenverbindungen des ÖCV und MKV.

 

Kurt Krenn

  • Geboren: 28. Juni 1936 in Neustift im Mühlkreis
  • Gestorben: 25. Jänner 2014 in Gerersdorf
  • Ernennung: 3. Juli 1987 zum Weihbischof in Wien und Titularbischof von Rusuccuru
  • Bischofsweihe: 11. Oktober 1987 durch Kardinal Hans Hermann Groër

Krenn studierte Philosophie und Theologie in Linz und Rom und wurde 1962 zum Priester geweiht. Nach seiner Promotion wirkte er als Professor für Philosophie an der Universität Regensbur. 1987 wurde er zum Weihbischof in Wien ernannt und war in dieser Funktion vor allem in der Priesterausbildung und Hochschulseelsorge tätig. 1991 wurde er zum Bischof von St. Pölten berufen. Seine Amtszeit war von deutlichen Positionierungen in kirchlichen und gesellschaftlichen Fragen geprägt und führte zu öffentlichen Kontroversen. 2004 legte er sein Amt nieder. Krenn starb 2014 nach längerer Krankheit.

 

Christoph Schönborn OP

  • Geboren: 22. Jänner 1945 in Watislaw (Sudetenland)
  • Ernennung: 13. April 1995 zum Erzbischof- Koadjutor von Wien; 14. September 1995 zum Erzbischof von Wien

Schönborn trat 1963 in den Dominikanerorden ein, studierte Philosophie und Theologie in Walberberg, Wien und Paris und wurde 1970 zum Priester geweiht. 1974 promovierte er in Paris zum Dr. theol., wirkte als Studentenseelsorger und wurde Professor für Dogmatik in Fribourg. Er war Mitglied mehrerer theologischer Kommissionen, seit 1980 Mitglied der Internationalen Theologischen Kommission und 1987–1992 Sekretär der Redaktion des Katechismus der Katholischen Kirche.

 

Am 11. Juli 1991 wurde er zum Titularbischof von Sutrium und Weihbischof in Wien ernannt. Am 13. April 1995 folgte die Ernennung zum Koadjutorerzbischof, am 14. September 1995 trat er als Erzbischof von Wien die Nachfolge von Kardinal Groër an. Schönborn war damit der bisher erste Wiener Weihbischof, der auch Erzbischof des Bistums wurde (Siehe Bischöfe und Erzbischöfe von Wien)

 

Alois Schwarz

  • Geboren: 14. Juni 1952 in Hollenthon
  • Ernennung: 26. Dezember 1996 zum Weihbischof in Wien; 22. Mai 2001 zum Bischof von Gurk‑Klagenfurt; 17. Mai 2018 zum Bischof von St. Pölten
  • Bischofsweihe: 22. Februar 1997 durch Erzbischof Christoph Schönborn

Schwarz wurde 1976 zum Priester geweiht, 1981 promoviert und wirkte zunächst als Pfarrer in Krumbach. 1987 übernahm er die Leitung des Pastoralamts der Erzdiözese Wien – ein Schlüsselbereich, in dem er die pastorale Planung, die Ausbildung pastoraler Mitarbeiter und die Entwicklung neuer Seelsorgekonzepte prägte.

 

Im Dezember 1996 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Weihbischof in Wien; 1997 folgte die Bischofsweihe. Kurz darauf wurde er Bischofsvikar für das Vikariat Unter dem Wienerwald, wo er die regionale Seelsorge koordinierte und die Zusammenarbeit zwischen Pfarren, Orden und diözesanen Einrichtungen stärkte. 2001 wurde er zum Bischof von Gurk‑Klagenfurt ernannt; 2018 folgte die Ernennung zum Bischof von St. Pölten.

 

Ludwig Schwarz SDB

  • Geboren: 4. Juni 1940 in Bruck (Slowakei)
  • Ernennung: 15. Oktober 2001 zum Weihbischof in Wien; 6. Juli 2005 zum Bischof von Linz
  • Bischofsweihe: 25. November 2001 durch Kardinal Christoph Schönborn

Schwarz trat 1959 in den Orden der Salesianer Don Boscos ein und wurde 1964 zum Priester geweiht. Nach Studien in Benediktbeuern und Wien promovierte er 1970 und leitete das Interdiözesane Seminar für Priesterspätberufe in Horn. Von 1978 bis 1984 war er Provinzial der österreichischen Salesianer, danach Direktor des internationalen Konvikts „Don Bosco“ in Rom und Professor an der Päpstlichen Universität der Salesianer.

 

1999 wurde er Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Österreich. 2001 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Weihbischof in Wien, wo er das Referat für Mission und Entwicklung leitete. 2005 wurde er zum Bischof von Linz berufen.

 

Papst Franziskus nahm am 18. November 2015 seinen altersbedingten Rücktritt an; am 17. Jänner 2016 übergab Schwarz seinem Nachfolger den Bischofsstab und trat in den Ruhestand.

 

Franz Scharl

  • Geboren: 5. März 1958 in Oberndorf bei Salzburg
  • Ernennung: 9. Februar 2006 zum Titularbischof von Ierafi und Weihbischof in Wien
  • Bischofsweihe: 23. April 2006 durch Kardinal Christoph Schönborn

Scharl studierte zunächst Philosophie und Völkerkunde in Wien, begann 1982 das Theologiestudium und trat 1986 ins Wiener Priesterseminar ein. 1990 wurde er zum Priester geweiht und wirkte als Kaplan in Mödling und als Kurat in Wiener Neustadt. Parallel dazu promovierte er 1995 zum Dr. phil. und lehrte am Institut für Philosophie der Universität Wien.

 

2000 wurde er Pfarrer der Pfarre Auferstehung Christi in Wien‑Margareten und 2001 Dechant des Dekanats Wieden/Margareten. 2006 ernannte ihn Papst Benedikt XVI. zum Weihbischof in Wien. Als Bischofsvikar verantwortet er die kategoriale Seelsorge und die anderssprachigen Gemeinden der Erzdiözese.

 

Stephan Turnovszky

  • Geboren: 21. Juni 1964 in Luzern
  • Ernennung: 6. März 2008 zum Titularbischof von Ancusa und Weihbischof in Wien
  • Bischofsweihe: 12. Mai 2008 durch Kardinal Christoph Schönborn

Turnovszky studierte zunächst Technische Chemie und arbeitete mehrere Jahre als Chemiker, bevor er 1992 ins Wiener Priesterseminar eintrat. 1998 wurde er zum Priester geweiht und wirkte als Kaplan in Perchtoldsdorf und Jedlesee sowie später als Pfarrer in Großmugl, Herzogbirbaum und Baden‑Leesdorf.

 

2008 ernannte ihn Papst Benedikt XVI. zum Weihbischof in Wien. Er ist Bischofsvikar im Vikariat Unter dem Manhartsberg und in der Bischofskonferenz für Kinder‑ und Jugendpastoral sowie für religiöse Bewegungen zuständig.