Die Feier der Bischofsweihe ist eine Liturgie, die die Berufung und Sendung eines Menschen in das apostolische Amt sichtbar und wirksam macht und seine Verankerung in der Gemeinschaft der Ortskirche zum Ausdruck bringt. Die gesamte Weihehandlung ist in die Eucharistiefeier eingebettet, die als Quelle und Höhepunkt des kirchlichen Lebens gilt. Unmittelbar nach der Weihe tritt der neue Bischof als erster Vorsteher der Eucharistie in seiner Ortskirche auf, was symbolisiert, dass er in die Mitte der eucharistischen Gemeinschaft tritt, um sie zu leiten, zu lehren und zu heiligen.
Die Liturgie gliedert sich systematisch und beginnt mit der Einleitung und der Zustimmung der Kirche. Zunächst wird das päpstliche Ernennungsschreiben verlesen, was die Einheit mit dem Heiligen Stuhl bezeugt. Priester und Diakone bitten um die Weihe. Es folgt die Befragung des Erwählten, in der er seine Bereitschaft bekennt, zusammen mit seinen Mitarbeitern als guter Hirte für das Volk Gottes zu sorgen und Verantwortung im Miteinander zu tragen. Ein tiefes Zeichen der Demut und der Bitte um göttlichen Beistand ist die Litanei der Heiligen, während der der Erwählte ausgestreckt am Boden liegt. Diese uralte Gebetshaltung bringt zum Ausdruck, dass der neue Bischof ein Mensch ist, der zum Dienst an den Menschen bestimmt wird und dringend der Gnade Gottes bedarf. Die Gläubigen stimmen in die Bitten ein und tragen die Weihe mit ihrem Gebet.
Der sakramentale Kern der Weihe folgt mit der eigentlichen Weihehandlung. Der entscheidende Akt ist die Handauflegung durch den Hauptkonsekrator und die beiden Mitkonsekratoren sowie alle anwesenden Mitbischöfe. Diese Geste verweist auf die apostolische Sukzession und nimmt den Erwählten in das Bischofskollegium auf, das in Einheit mit dem Papst die Kirche leitet. Gleichzeitig halten Diakone das geöffnete Evangeliar über das Haupt des Erwählten, eine Geste, die zeigt, dass der Bischof unter dem Wort Gottes steht und zu dessen Verkündigung berufen ist. Die Handauflegung und das feierliche Weihegebet vollziehen sakramental die Konsekration.
Nach dem Weihegebet folgt die Chrisamsalbung des Hauptes. Sie vertieft die sakramentale Angleichung an Christus, den Gesalbten, und konkretisiert die Teilhabe am priesterlichen, königlichen und prophetischen Amt Christi. Der Bischof wird gesalbt, um in besonderer Weise Christus als Hoherpriester zu repräsentieren.
Zuletzt folgt die Übergabe der Insignien, die die verschiedenen Dimensionen des bischöflichen Dienstes sichtbar macht. Das Evangelienbuch steht für den Lehrdienst und die Verkündigung des Wortes Gottes. Der Ring symbolisiert die Treue zur Kirche. Die Mitra repräsentiert die geistliche Vollmacht, und der Hirtenstab ist das Zeichen für den Hirtendienst und die Sorge um die Herde Christi. Bei der Übergabe des Stabs wird der zentrale Auftrag formuliert: „Trage Sorge für die ganze Herde Christi; denn der Heilige Geist hat dich zum Bischof bestellt, die Kirche Gottes zu leiten.“ Die Feier endet mit dem Friedensgruß durch die Mitbischöfe, dem sichtbaren Zeichen der Aufnahme in die apostolische Gemeinschaft. Die Feier der Bischofsweihe ist somit ein theologisches Zeugnis für die Einheit der Kirche, die apostolische Sendung und die geistliche Tiefe des bischöflichen Dienstes als Lehrer, Hirte und Diener der Sakramente.