Samstag 21. Februar 2026

Schnellsuche auf der Website

San Gennaro, der heilige Januarius, ist bis heute einer der bekanntesten Märtyrer Italiens. Als Patron von Neapel wird er nicht nur wegen seines mutigen Glaubens verehrt, sondern auch wegen des geheimnisvollen Blutwunders, das seit Jahrhunderten Gläu
Erzdiözese Wien / San Gennaro, der heilige Januarius, ist bis heute einer der bekanntesten Märtyrer Italiens. Als Patron von Neapel wird er nicht nur wegen seines mutigen Glaubens verehrt, sondern auch wegen des geheimnisvollen Blutwunders, das seit Jahrhunderten Gläu
15.01.2026
Heilige & Selige

Heiliger Januarius (19. September)

San Gennaro, der heilige Januarius, ist bis heute einer der bekanntesten Märtyrer Italiens. Als Patron von Neapel wird er nicht nur wegen seines mutigen Glaubens verehrt, sondern auch wegen des geheimnisvollen Blutwunders, das seit Jahrhunderten Gläubige und Wissenschaftler gleichermaßen fasziniert.

 

Der heilige Januarius, auch bekannt als San Gennaro, entstammte nach alter Überlieferung einer angesehenen Familie und war Bischof von Benevent. Während der Christenverfolgungen unter Kaiser Diokletian versteckte er sich in Puteoli, dem heutigen Pozzuoli, und übte heimlich seinen priesterlichen Dienst aus. Als sein Diakon Socius als Christ entlarvt wurde, besuchte Januarius ihn im Gefängnis. Dieser Akt der Treue führte dazu, dass auch er und seine Gefährten als Christen erkannt und vor den Richter Dragontius gebracht wurden. Die Legende berichtet von mehreren Wundern: Januarius überstand unversehrt einen glühenden Ofen, und im Amphitheater von Puteoli legten sich die wilden Tiere zahm zu seinen Füßen. Schließlich wurden er und seine Begleiter in die heißen Schwefelquellen des Vulkangebietes Solfatara gebracht und dort enthauptet.

 

Die ältesten Berichte über sein Martyrium stammen aus dem 5. und 6. Jahrhundert. Seine Reliquien gelangten im Jahr 367 nach Neapel und wurden in den Katakomben San Gennaro beigesetzt. Seit 472 gilt Januarius als Patron der Stadt. Im Laufe der Jahrhunderte wurden seine Gebeine mehrfach übertragen, zuletzt 1497 in die Kathedrale von Neapel, wo sie bis heute in der prachtvollen Succorpo-Kapelle ruhen. Besondere Verehrung erfährt Januarius durch das sogenannte Blutwunder: In Ampullen aufbewahrtes Blut des Heiligen verflüssigt sich an bestimmten Festtagen, erstmals bezeugt im Jahr 1389. Das Phänomen tritt gewöhnlich am 19. September, dem Hauptfest, sowie im Mai und Dezember auf. Eine Nichtverflüssigung gilt als schlechtes Omen. Wissenschaftlich ist das Wunder bis heute nicht eindeutig erklärbar.

 

Januarius wird vor allem bei Naturkatastrophen angerufen. Nach Überlieferung bewahrte er Neapel vor Ausbrüchen des Vesuvs und vor Erdbeben. Die Verehrung des Heiligen ist eng mit der Geschichte der Stadt verbunden. Päpste, Kaiser und Adlige stifteten kostbare Geschenke, die den Schatz von San Gennaro bilden, einen der größten Kirchenschätze der Welt. Bis heute zieht die Verehrung des heiligen Januarius Pilger und Besucher an. Die Kathedrale von Neapel, die Katakomben San Gennaro und das Amphitheater von Pozzuoli sind bedeutende Orte, die seine Geschichte lebendig halten.

 

In Wien sind ihm einer der Seitenaltäre im rechten Hauptschiff des Stephansdoms und eine kleine Kirche aud der Ungargasse/Wien-Landstraße geweiht.

Mehr erfahren
Heilige & Selige