Samstag 21. Februar 2026

Schnellsuche auf der Website

Erzbischof Josef Grünwidl
Erzdiözese Wien/ Stephan Schönlaub / Erzbischof Josef Grünwidl
16.02.2026

Die Vikariate Nord und Süd feiern mit Erzbischof Grünwidl

Großer Andrang bei bischöflichen Gottesdiensten in Wiener Neustadt und Wullersdorf.

 

Wiener Erzbischof bei Feier in seinem Heimatort:

 

Dort, wo Gott im Zentrum steht, gibt es auch Freude.

Mit außergewöhnlich großer Beteiligung haben die ersten Gottesdienste des neuen Wiener Erzbischofs Josef Grünwidl am Freitag, 13. Februar 2026, in Wiener Neustadt und am Samstag, 14. Febraur, in Wullersdorf stattgefunden. Rund 2.500 Gläubige insgesamt nahmen an den Feiern in den Vikariaten Süd und Nord teil.

 

Am Samstagnachmittag zelebrierte Erzbischof Grünwidl seine erste feierliche Eucharistiefeier als Bischof im Vikariat Nord in seiner Heimatpfarre Wullersdorf. Über tausend Gläubige füllten die Pfarrkirche St. Georg; viele verfolgten die Feier im Pfarrsaal oder über den Livestream. Unter den Mitfeiernden waren auch Landtagspräsident Karl Wilfing und Alt-Landeshauptmann Erwin Pröll. Weihbischof Stephan Turnovszky begrüßte den Erzbischof im Namen der Gläubigen des Vikariats Nord.


Ein Heimkommen an die Wurzeln des Glaubens

In seiner Predigt sprach der Erzbischof sehr persönlich über seine Herkunft und seine Verwurzelung in der Region. Er erinnerte an seine eigenen Schritte im Glauben in der Pfarre Wullersdorf: Erstkommunion, Ministrantenzeit, Dienste als Lektor und Kommunionhelfer, Orgelspiel sowie die Gestaltung von Jugendmessen in der Pfarrkirche haben ihn geprägt. Seither habe sich die Gestalt der Kirche sowohl im urbanen als auch im ländlichen Umfeld grundlegend verändert.

Grünwidl stellte gerade deshalb die Freude an Gott als zentrales Anliegen seiner Predigt in den Mittelpunkt. Auch in Zeiten globaler Krisen, gesellschaftlicher Ängste und innerkirchlicher Herausforderungen bleibe das Evangelium lebendig und wirksam: "Dort, wo Gott im Zentrum steht, gibt es auch Freude", so der Erzbischof. Veränderungen seien keine Bedrohung, sondern eine Chance: "Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern, die anderen Windmühlen - wir sehen diese Zeit als Gelegenheit, mit Freude und Zuversicht den Wandel mitzugestalten."

Zentral sei die Mission und das gelebte Zeugnis des Glaubens: "Zuerst kommt die Mission. Mission heißt, ich stehe zu meinem Glauben, ich rede darüber, ich lebe ihn." Schon kleine Zeichen des Glaubens wirken stark: "Ein paar kleine Salzkörner können schon viel bewirken, oder eine Kerze in einem dunklen Zimmer kann die Atmosphäre verändern."


Die Pfarre Wullersdorf ist nahezu seit ihrer Gründung mit dem Benediktinerstift Melk verbunden. Bis heute versehen Benediktiner die Seelsorge im Auftrag des Melker Abtes - derzeit Pfarrmoderator P. Michael Fritz OSB aus dem Priorat St. Josef/Maria Roggendorf. Diese Verbundenheit zeigt sich nicht nur im Gemeindewappen, sondern auch im Wappen von Erzbischof Grünwidl, das im linken unteren Feld eine Adlerschwinge trägt, die sich ausdrücklich auf das Melker Abteiwappen bezieht.

 

Wiener Neusatdt - starke Wurzeln

Bei seinem ersten Vikariatsgottesdienst im Südvikariat hat der neue Wiener Erzbischof Josef Grünwidl am Freitag in Wiener Neustadt gemeinsam mit mehr als 1.200 Gläubigen seinen Amtsantritt gefeiert und dabei seine besondere Verbundenheit mit der Stadt betont.

 

Grünwidl erinnerte an seine Jahre als Kurat in Wiener Neustadt sowie an zahlreiche spätere Besuche als Bischofsvikar. In seiner Ansprache über einen Text aus dem Johannesevangelium rief er die Gläubigen dazu auf, angesichts der Veränderungen innerhalb der Kirche nicht zu klagen, sondern mutig Schritte der Erneuerung zu setzen.

 

Der Rückgang kirchlicher Strukturen bedeute nicht, dass das Evangelium an Bedeutung verliere, betonte er, und unterstrich, dass christliche Freude ihren Ursprung in Gott habe. Synodalität bedeute, neue Wege zu suchen, über den eigenen Horizont hinauszublicken und die ökumenische Zusammenarbeit zu stärken. Zugleich brauche kirchliche Erneuerung starke spirituelle Wurzeln, denn „ohne Wurzeln keine Früchte“.

 

Zahlreiche Vertreter von Kirche und Politik nahmen an der Feier in der ehemaligen Domkirche teil, darunter Abt Maximilian Heim sowie Vertreter des Landes Niederösterreich und der Stadt. Das Südvikariat, das 17 Dekanate umfasst und rund 620.000 Menschen zählt, war Grünwidl in den vergangenen Jahren besonders anvertraut.