In der Massen-Literatur wird meist das Scheitern von Beziehungen thematisiert, die Ehe wird als völlig verstaubte Lebensform dargestellt, es gibt kaum große Werke über die Dauerhaftigkeit der Liebe.
In dem Sammelband „Band der Liebe - Bund der Ehe“ werden Versuche zur Nachhaltigkeit partnerschaftlicher Lebensentwürfe präsentiert. Kardinal Karl Lehmann vertritt im Vorwort die Überzeugung, „dass man diese Lebbarkeit der Ehe wieder neu entdecken kann“.
Brigitte Schwens-Harrant zeigt in ihrem Beitrag, von welchem Liebes(un)glück Werke der jüngsten Gegenwartsliteratur erzählen.
Der Moraltheologe P. Martin M. Lintner OSM (Serviten) betont in seinem Beitrag über „Lebensentscheidung“, dass diese letztlich ein existientielles Wagnis bleibt. Und er zählt auf, was dabei alles „zu tun“ und „zu bedenken“ ist.
Für den Philosophen Jörg Splett hält die Zweierbeziehung allein nicht den Schlüssel zu einem dauerhaftem ehelichen Glück bereit. Für ihn gilt: Gott ist für die dauerhafte Zweierbeziehung der unabdingbare Dritte, das „Schwarze“, auf das man zielen muss, auch wenn man es verfehlen sollte.
Die Kirchenrechtlerin Sabine Demel widmet sich der Frage: „Wozu braucht Liebe (noch) die Ehe?“. Für sie ist die Ehe die „Lebensform der Liebe“. Der Grund, warum heute so viele Liebes- und Ehebeziehungen scheitern?
Demel: „Vielleicht mag das damit zusammenhängen, dass viele Menschen bei der erotischen Liebe stehen bleiben, dass sie nur selbstbezogen lieben, nur mit ihrer eigenen Vervollkommnung beschäftigt sind, nicht zur Paradoxie der Liebe fähig sind, die von der Spannung zwischen Selbstbezogenheit und Selbstvergessenheit lebt.“
Für Sie gelesen von: Stefan Kronthaler / Der Sonntag
