Was wurde eigentlich aus dem jungen Mann namens Eutychus, der das erste „Opfer“ einer christlichen Predigt wurde, wie die Apostelgeschichte im 20. Kapitel berichtet?
Schon Paulus predigte damals sehr lange. Der junge Mann Eutychus, der eingeschlafen war, stürzte rücklings aus dem Fenster und blieb tot auf der Straße liegen, Paulus erweckte ihn wieder zum Leben.
Was wurde aus dem Kind, das Jesus damals „in die Mitte“ der Jünger stellte und seine Apostel über die richtige Platzordnung im Himmelreich belehrte (Markus-Evangelium 9, 33-37)?
Und die Hure Rahab, die die israelitischen Kundschafter in ihrem Haus versteckte, was wurde aus ihr? Immerhin wird sie später im Stammbaum Jesu als Vorfahrin des Herrn genannt (Matthäus-Evangelium 1,5).
Werner Reiss, Rektor der St. Johannes-Kapelle am Wiener Gürtel, in der Erwachsenenbildung und als Lehrer an höheren technischen Schulen tätig, hat im „Plattform“-Verlag „Neue Legenden in biblischer Handschrift“ vorgelegt.
Im Geist der Heiligen Schrift und im Wissen über die jahrhundetealte Tradition der Legenden zeichnet er das Leben jener biblischen Gestalten nach, über deren Leben nicht viel bekannt ist und die nicht unbedingt eine Hauptrolle spielen.
Etwa die Prophetin Hulda (Zweites Buch der Könige) oder der Prophet Baruch (Jeremia 36), die beiden Liebenden des Hoheliedes oder die Hirten, die als erste den Heiland sahen (Lukas-Evangelium, 2. Kapitel), der Besessene von Gerasa (Matthäus-Evangelium, 5. Kapitel) oder Simon von Cyrene (Markus-Evangelium 15,21). Sie alle vermitteln auch eine Botschaft für das Leben heute.
Es lohnt sich, diese 52 neuen Legenden in biblischer Handschrift zu lesen.
Für Sie gelesen von: Stefan Kronthaler / Der Sonntag