Freitag 20. März 2026

Schnellsuche auf der Website

Der Sonntag
21.01.2016

Gelebte Barmherzigkeit: „Angst war am ersten Tag schon da“

Stephanie Posch kocht zwei Mal pro Monat im Wohnheim für haftentlassene Männer.

Es ist das Gegenteil von dem, was ich erfahren habe“, schildert Stephanie Posch. Die 25-jährige Frau ist behütet aufgewachsen.

 

Sie unterstützt nun „Menschen, die es nicht so gut gehabt haben wie ich“. Stephanie engagiert sich für Haftentlassene. „Im Internet bin ich vergangenen Sommer auf den Verein für Integrationshilfe der Erzdiözese Wien gestoßen“, erinnert sie sich.

 

 

 

Bei einem Gespräch mit der Leitung fragt man sie, ob sie kochen kann. Der Verein führt in Wien-Mariahilf ein Wohnheim für haftentlassene Männer, diese erhalten jeden Samstag ein kostenloses Mittagessen. „Bereits am folgenden Samstag stand ich in der Küche und habe für alle gekocht.“


„Angst war am ersten Tag schon da“, bekennt Stephanie. Bei ihrer „Kochpremiere“ ist sie alleine in der Küche. Die Bewohner bewerteten das Essen dann als „ganz gut“.

 

Mittlerweile hilft einer regelmäßig mit, und auch Praktikanten unterstützen. Stephanies Menüplan umfasst Spaghetti Bolognese, Fleischlaibchen, Kürbiscremesuppe, und auch Nachspeisen. „Ich frage nach den Wünschen und versuche das umzusetzen.“

 

Eingekauft wird am Tag davor, die Mengen rechnet sie sich aus, immerhin kocht Stephanie für rund 30 Männer.

 

Beim Essen „erzählen diese, was sie erlebt haben und was sie in der Zukunft vor haben“, schildert sie. Ziel ist, dass die Bewohner ein selbstständiges Leben in ihren eigenen vier Wänden in naher Zukunft führen.

 

Ihre Familie unterstützt Stephanie bei ihrem Tun: „Am Anfang waren sie ein wenig besorgt, ich habe aber im Wohnheim keine Angst, ich fühle mich dort wohl“. sth