Freitag 20. März 2026

Schnellsuche auf der Website

30.06.2016

Gelebte Barmherzigkeit: „Überfallsartig mache ich nichts“

Friederike Pieber ist seit 15 Jahren in der Seelsorge im Krankenhaus tätig.

Ich habe mich sehr über eine Religionslehrerin meiner Tochter geärgert“, erinnert sich Friederike Pieber.

 

Um  besseres Wissen über Religion und Glauben zu bekommen, macht die Trafikantin den Theologischen Kurs

 

Eine  Studienkollegin beginnt danach in der Krankenhausseelsorge, sie motiviert Pieber es ihr gleichzutun. „Dann habe ich mir gesagt, probieren kann ich es ja.“ Sie meldet sich für die Ausbildung an.

 

„Es war sehr positiv, hat mir gezeigt, dass da wirklich ein Bedarf besteht, denn die Patienten brauchen jemanden, der zu ihnen kommt und zuhört, der weder Arzt noch Schwester ist.“


Seit 15 Jahren ist Friederike Pieber nun in der Seelsorge im Krankenhaus tätig, zu Beginn im AKH, seit fünf Jahren im St. Josef-Krankenhaus.

 

Ein Ritual hilft ihr, wenn sie sich den Patienten vorstellt: „Ich sage, ich will nichts von ihnen, ich habe zwar einen weißen Mantel an, aber ich gebe ihnen keine Spritze, bringe kein Essen, mache kein Bett, wische nichts auf, ich komme nur zu ihnen. Das hat sich bewährt.“

 

Unterschiedlich sind ihre Erfahrungen: „Wenn einer die Augen zumacht, weiß ich schon, er ist nicht sehr erfreut, mich zu sehen.“

 

Aber es gibt auch Menschen „die reden wollen, die sagen dann: ‚Fein, dass sie kommen.‘“.

 

Generell lässt Pieber die Patienten entscheiden, „überfallsartig mache ich nichts“. Gespräche entwickeln sich über den  persönlichen Glauben, wie auch nach dem Leiden. 

 

Das Erlebte versucht Friederike Pieber, „im Krankenhaus zu lassen“. Vor großen Operationen von Patienten betet sie oft: „Lieber Gott, schau auf sie.“