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28.04.2020

Erzdiözese Wien: Elisabeth-Stiftung warnt vor Frauen-Armut

Wiener Stiftung warnt vor Existenzbedrohung von alleinerziehenden, wohnungslosen Frauen und deren Kinder durch Folgen der Corona-Pandemie.

Die St. Elisabeth-Stiftung der Erzdiözese Wien warnt angesichts der Corona-Krise vor einer verschärften Armut von alleinerziehenden, wohnungslosen Frauen und deren Kindern: "Die Existenzsicherung der Frauen und Kinder in Notsituationen kann gefährdet sein", so die Stiftung in einer Aussendung am Dienstag, 28. April 2020. Viele Bewohnerinnen der Wohn-Einrichtungen und Klientinnen der Beratungsstelle seien neben persönlichen Problemlagen nun auch mit Arbeitslosigkeit, Existenzängsten und Unsicherheit konfrontiert: "Diese Zeit ist, ohne vorhandene materielle Ressourcen, schwer zu überbrücken."

 

Dauerhafte Lösungen gefragt

Zwar könne die Versorgung der Frauen und Kinder in Notsituationen momentan noch mit Spenden gedeckt werden, erforderlich seien aber dauerhafte politische Lösung, da die Spenden in Krisenzeiten zurückgehen. Bund wie auch die Gemeinde Wien müssten Maßnahmen und Entscheidungen treffen, um die negativen Auswirkungen der Corona-Krise zu minimieren, forderte die Stiftung. Die Hilfsorganisation bezog sich dabei auch auf aktuelle Daten der "Statistik Austria", wonach Ein-Eltern-Haushalte am stärksten von Armutsgefährdung betroffen sind.

 

Psychische Belastung nimmt zu

Neben den Finanzen, sei es vor allem der Alltag mit Kindern, der die betroffenen Frauen vieles abverlange, so die Stiftung der Erzdiözese Wien. Schon vor der Corona-Krise sei eine Betreuung durch Sozialarbeiter und Sozialpädagogen notwendig gewesen. Die aktuellen Einschränkungen würden die "notwendige, engmaschige Betreuung" nun aber erschweren. Trotz Begleitung via sozialer Netzwerke, Telefon und einer 24-Stunden Notfall-Rufbereitschaft müssten die alleinerziehenden, wohnungslosen Frauen viele Dinge allein erledigen und den Alltag mit Kindern in den kleinen Wohneinheiten bewältigen. "Zu beobachten ist, dass die psychische Belastung dabei zunimmt", warnte die St. Elisabeth-Stiftung.

 

Tägliches Angebot für Kinder

Aktuell setze man auf tägliche Videobotschaften oder kurze Geschichten speziell für Kinder, um ihnen die Corona-Krise zu erklären. Weiters schicke ein Freizeitpädagoge täglich Videos mit Bewegungsübungen für die Kinder, um deren Alltagsgestaltung zu unterstützen. Wöchentlich gäbe es zudem Bastelutensilien, sowie Spiele, die kostenlos an die Familien verteilt werden. Diese Angeboten würden jedoch keinen "strukturieren Schul- oder Kindergartenalltag der Kinder, sowie die Bewegungsfreiheit im Freien" ersetzen, informierte die Hilfsorganisation.

 

Aktuell habe die Stiftung zwar bereits den Hilfsfonds für Schwangere und alleinerziehende Mütter ausgebaut, trotzdem brauche es noch mehr Unterstützung. Je länger die Krise andauere, desto nötiger würden zusätzliche Angebote für Frauen und Kinder, "um schwerwiegende Folgen zu vermeiden".

 

St. Elisabeth-Stiftung

1979 unter dem damaligen Namen "Verein Rat und Hilfe" gegründet, bietet die St. Elisabeth-Stiftung engmaschige professionelle Betreuung, Beratung sowie Unterbringungsmöglichkeiten für Mutter und Kind. Seit zehn Jahren gibt es für ehemalige Bewohnerinnen auch die Option der anschließenden Vermittlung einer Starterwohnung. Familien-, Rechts- und Schwangerenberatung komplettieren das gemeinnützige Angebot.