Antworten von Kardinal Christoph Schönborn in der Tageszeitung HEUTE am 19.12. 2025
In fünf Tagen ist Weihnachten. Ein Fest der Familie, mit Geschenken, gemeinsamem Essen, gemütlichem Beisammensein unterm Weihnachtsbaum, Freude und strahlende Kinderaugen – so wünschen es sich die meisten. Doch die Realität sieht oft anders aus. Die Weihnachtszeit gehört für viele zu den schwierigsten Zeiten des Jahres. Wie feiern der Vater und die beiden Kinder das erste Weihnachten ohne die Mutter, die an Krebs gestorben ist? Wie sieht Weihnachten für Familien aus, die unter Trennung oder Konflikten leiden? Und das Weihnachtsfest der Einsamen? Die Einsamkeit ist an Weihnachten oft besonders schwer zu ertragen. Ich denke an die vielen, die fern von daheim sind, und die vielen, die zu Hause, aber alleine sind.
Da kann es guttun, wenigstens eine menschliche Stimme zu hören. Zu Weihnachten ist die Telefonseelsorge für viele eine Zuflucht. Rund um die Uhr ist die Nummer 142 gratis erreichbar. Immer ist jemand da, der zuhört, mit dem man reden kann. Auch Pfarren laden Einsame zur Weihnachtsfeier ein. Weihnachten heißt: Gott will allen Menschen nahe sein, niemanden schließt er aus. Schön, wenn wir selber mithelfen, dass niemand zu Weihnachten einsam sein muss!