Johannes Leuthner, der Pfarrer von Bergau, Breitenwaida, Göllersdorf, Großstelzendorf und Sonnberg wurde am Donnerstag, 20. Oktober 2011 tot in seiner Wohnung im Pfarrhof Breitenwaida aufgefunden.
Große Betroffenheit
"Johannes Leuthner war ein sehr guter Seelsorger, ein echter Landseelsorger. Sein früher Tod löst in mir große Betroffenheit aus," zeigt sich Kardinal Schönborn bewegt: "Ich erinnere mich an einen besonders eifrigen, herzlichen, den Menschen nahen Seelsorger und Priester, der intensiv mitgedacht hat über die Seelsorge am Land, in unserem Weinviertel. Er hat sich sehr bewusst auf die neue Situation eingelassen. Er wurde von den Menschen sehr geschätzt. Es ist ein großer Verlust für uns alle."
"So einen Mann hätte ich mir als meinen Nachfolger vorstellen können," meint Prälat Matthias Roch, der Bischofsvikar des Weinviertels, der tief betroffen ist, "da ich gestern noch mit einer aus dem Pfarrteam gesprochen hatte. Er hat seinen Pfarrverband von fünf Pfarren mit 17 Teilgemeinden seit vier Jahren sehr intensiv geführt, mit einer Zielstrebigkeit, die sehr zu bewundern war. Ein ganz lieber, großer Seelsorger und Vorausdenker ist uns vorausgegangen".
Aus seinem Leben
Seit 1. September 1997 betreut der am 20. Dezember 1966 in Pillichsdorf geborene Priester die Pfarren Bergau, Breitenwaida, Göllersdorf, Großstelzendorf und Sonnberg. Die Hollabrunner Gegend, in der seine Pfarrgemeinden liegen waren ihm vertraut, weil er von 1977 bis 1985 das Gymnasium in Hollabrunn besuchte. 1985 trat er ins Wiener Priesterseminar ein. Sein Diakonatsjahr absolvierte er in der Pfarre Ober-Sankt Veit, Wien 13 und am 26. Juni 1993 wurde Leuthner zum Priester geweiht. Die folgenden vier Kaplansjahre verbrachte er in der Pfarre St. Othmar in Mödling, ehe er als Pfarrer die Gemeinden im Wienviertel übernahm.
Im November 2004 wurde er von Kardinal Christoph Schönborn zum Dechant des Dekanates Hollabrunn ernannt. Diese Position hatte er bis 2008 inne.
Als Landpfarrer bei den Menschen
Johannes Leuthner war ein typischer Landpfarrer. Am Weg vom Pfarrhof zum Gasthaus, in dem er regelmäßig isst, wurde der gemütliche Mann mit dem Oberlippenbärtchen immer wieder angesprochen: "Grüß Gott, Herr Pfarrer, wie geht's?"
"Zu den Menschen gehen", war dem jungen Pfarrer immer wichtig, deshalb speiste Pfarrer Leuthner gern im Gasthaus: "Ich wohne alleine im Pfarrhof. Warum soll ich dort alleine essen? Im Gasthaus treffe ich Menschen, oft setzen sie sich zu mir, und wir kommen ins Gespräch. Das ist kommunikativer, unterhaltsamer und flexibler als im Pfarrhof. Ich lebe sehr gern im Dorf, nicht nur als Pfarrer, sondern als Mensch", sagte er im Gespräch mit Erzdiözese-Wien.at bei der Dekanatsvorstellung. An den Wochenenden wurde Pfarrer Leuthner oft von Pfarrmitgliedern zum Essen eingeladen.
"Gebetsbrücke" über fünf Pfarren
Im Gedenken an Pfarrer Johannes Leuthner findet am Mittwoch, 26. Oktober um 18.00 Uhr ein Gebetsabend statt. "Diese 'Gebetsbrücke' wird in allen fünf Pfarren gleichzeitig stattfinden. Sie möge uns verbinden untereinander und mit Gott, der uns Trost und Hoffnung schenkt. All jene die nicht in einer der Pfarrkirchen anwesend sein können, bitten wir mit uns für Johannes zu beten", heißt es in einer Einladung vom Leitungsteam der Pfarren.
Verabschiedung und Begräbnis
Das Begräbnis von Pfarrer Johannes Leuthner wird am Freitag, 28. Oktober 2011, in Breitenwaida beginnen. Am Freitag um 13.00 Uhr wird Pfarrer Leuthner in der Pfarrkirche Breitenwaida aufgebahrt. Kardinal Christoph Schönborn nimmt am Gebet für den Verstorbenen teil. Anschließend haben alle die Möglichkeit zur Verabschiedung. Um 16.00 Uhr feiern die Pfarrgemeinden von Bergau, Breitenwaida, Göllersdorf, Großstelzendorf und Sonnberg mit Weihbischof Stephan Turnovszky und Bischofsvikar Matthias Roch das Requiem für Johannes Leuthner.
Am Freitagabend um 17.30 Uhr wird in der Pfarrkirche Pillichsdorf, der Heimatgemeinde von Johannes Leuthner, für ihn gebetet. Am Samstag, 29. Oktober 2011, wird dem Wunsch des Verstorbenen folgend um 10.30 Uhr der Rosenkranz gebetet und um 11.00 Uhr in der Pfarrkirche von Pillichsdorf der Auferstehungsgottesdienst mit Weihbischof Helmut Krätzl gefeiert. Anschließend wird Johannes Leuthner im Familiengrab in Pillichsdorf beigesetzt.