Das Institut für Gerichtliche Medizin in Innsbruck hat die im Stift Klosterneuburg ruhenden Gebeine des heiligen Leopold (1073-1136), seiner Frau Agnes (1074-1143) und seines Sohnes Adalbert (vor 1104-1138) einer DNA-Untersuchung unterzogen, um die Verwandtschaft festzustellen.
Hintergrund der Analyse ist ein Streit unter Historikern, ob Adalbert der älteste Sohn von Leopold und Agnes ist oder aus einer ersten Ehe des Markgrafen stammt. Die meisten Wissenschaftler gingen bisher davon aus, dass er aus der ersten Ehe des Markgrafen stammte. Anlässlich der Entnahme von Reliquien des heiligen Leopold aus dem Schrein über dem Verduner Altar waren auch Proben für eine DNA-Untersuchung entnommen worden, ebenso aus den Gräbern von Agnes und Adalbert.
Die Forscher in Innsbruck konnten feststellen, dass „es sich hierbei um eine Familie im biologischen Sinn handelt“, wie Karl Holubar vom Stiftsarchiv unterstrich. Demnach wäre Adalbert tatsächlich ein Sohn von Leopold und Agnes und die Geschichtsbücher müssten umgeschrieben werden.
Nicht gänzlich geklärt ist, ob es sich bei den sterblichen Überresten in Klosternneuburg tatsächlich um jene Adalberts handelt. Es könnten auch jene seines jüngeren Bruders Ernst sein. Nachzulesen sind die Recherchen im neuen „Jahrbuch des Stiftes Klosterneuburg“, erhältlich im Shop des Stiftes.
kap