Montag 2. März 2026
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Jugend und Frieden

(25.12.2011) Die Botschaft Papst Benedikts XVI. zum Weltfriedenstag.

Papst Benedikt XVI. setzt auf die junge Generation, wenn es darum geht, die jetzige weltweite Krise zu überwinden. Sie könne „mit ihrer Begeisterung und ihrem idealistischen Ansporn“ der Welt neue Hoffnung geben und das „Gefühl der Frustration“ überwinden, das sich aufgrund der Krise eingestellt hat.


Der Papst wendet sich mit seiner Botschaft auch an Eltern, Familien, alle, die mit der Erziehung und Ausbildung betraut sind, sowie an die Verantwortlichen in den Bereichen des religiösen, gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Lebens sowie im Bereich der Kommunikation. Er fordert sie auf, aufmerksam auf die Welt der Jugend zu sein, sie anzuhören und zur Geltung zu bringen.

Sorgen der Jugend

Gegenwärtig gebe es viele Aspekte, die junge Menschen mit Besorgnis erfüllen: „der Wunsch, eine Ausbildung zu erhalten, die sie gründlicher darauf vorbereitet, sich der Wirklichkeit zu stellen; die Schwierigkeit, eine Familie zu bilden und einen sicheren Arbeitsplatz zu finden; die effektive Fähigkeit, einen Beitrag zur Welt der Politik, der Kultur und der Wirtschaft zu leisten für die Bildung einer Gesellschaft, deren Gesicht menschlicher und solidarischer ist“. Dies müsse in der Gesellschaft gebührende Aufmerksamkeit finden.

Selbst leben, was man fordert

Die „erste Schule“ für Gerechtigkeit und Frieden ist nach den Worten des Papstes die Familie. Diese sei in der heutigen Gesellschaft jedoch „ständig bedroht und nicht selten zerbrochen beziehungsweise aufgesplittert“, so Benedikt XVI. Schuld an dieser Entwicklung sei unter anderem, dass Beruf und Familie oft nahezu unvereinbar seien. Zudem müssten viele Familien getrennt leben, weil ein Elternteil aus wirtschaftlichen Gründen die Heimat verlassen müsse, um die Angehörigen zu ernähren.


Der Papst ermahnte Politiker, den Familien und Erziehungseinrichtungen „konkret zu helfen“. Es dürfe niemals an „einer angemessenen Unterstützung der Mutter- und Vaterschaft fehlen“. Die Politik müsse dafür sorgen, dass niemand der Zugang zu Bildung verweigert werde. Darüber hinaus müssten Politiker auch selbst Vorbild sein und ein „lauteres Bild“ von der Politik vermitteln. An die Jugendlichen appellierte der Papst, den Mut zu haben, zuerst selbst das zu leben, was sie von ihrer Umgebung fordern. Auch sie seien verantwortlich für ihre Erziehung und Bildung zu Gerechtigkeit und Frieden.


Ein „besonders tückisches Hindernis“ für die Erziehungsarbeit stelle in Gesellschaft und Kultur heute das Auftreten eines „Relativismus“ dar, der als letzten Maßstab nur das eigene Ich mit seinen Gelüsten gelten lasse. Innerhalb eines solchen Horizonts sei Erziehung gar nicht möglich. Um seine Freiheit auszuüben, müsse der Mensch diesen Horizont überwinden und die Wahrheit über sich selbst und die Wahrheit über Gut und Böse erkennen.

Vertrauen, Mitgefühl,Opferbereitschaft

Im Mittelpunkt der Förderung von Gerechtigkeit und Frieden steht nach den Worten des Papstes der „rechte Gebrauch von Freiheit“. Gerechtigkeit und Frieden verlangen die Achtung vor sich selbst und gegenüber dem anderen, „auch wenn dieser weit von der eigenen Seins- und Lebensweise abweicht“. Es brauche das gegenseitige Vertrauen, die Fähigkeit, einen konstruktiven Dialog zu führen, die Möglichkeit der Vergebung, wechselseitige Liebe, das Mitgefühl gegenüber den Schwächsten und Opferbereitschaft. Friede herrsche nur dann, wenn die persönlichen Güter gesichert seien, Menschen frei miteinander verkehren könnten, die Würde der Personen und der Völker beachtet würde und die Brüderlichkeit unter den Menschen gepflegt werde. Er sei nicht nur Geschenk, sondern ein Werk, das man aufbauen müsse.     

eg

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