In unserem Sprachgebrauch bezieht man diese Begriffe meistens auf die Bibel, seltener auf andere heilige Schriften anderer Religionen oder auf Gesetzestexte.
Das Konzil sagt dazu: „Da Gott in der Heiligen Schrift durch Menschen nach Menschenart gesprochen hat, muss der Schrifterklärer, um zu erfassen, was Gott uns mitteilen wollte, sorgfältig erforschen, was die heiligen Schriftsteller wirklich zu sagen beabsichtigten und was Gott mit ihren Worten kundtun wollte.“
Schon in der frühen Kirchengeschichte haben solche „Schrifterklärer“, Exegeten, gewirkt, und oft waren sie uneins.
Heute ist die historisch-kritische Methode der Exegese verbreitet, die aus der Entstehungsgeschichte und dem geschichtlichen Umfeld der Bibeltexte zu erschließen versucht, was die Autoren sagen wollten – was manchmal die Kritik auslöst, sie würden zu wenig dem nachsinnen, was Gott durch die Autoren uns mitteilen wollte.
Auch dafür gibt es verschiedene Regeln. Zum Beispiel, dass man jedes Bibelwort nur im Licht der gesamten Bibel interpretieren darf.
So lässt sich etwa mit dem Wort Christi „Ich bin nicht gekommen um Frieden zu bringen, sondern das Schwert“ (Mt 10,34) dennoch keine kriegerische Aggression rechtfertigen.