Im 1. Korintherbrief schreibt Paulus vom Feuer, das am jüngsten Tag die Werke jedes Menschen prüft: Brennt es nieder, was der Mensch sich aufgebaut hat, „dann muss er den Verlust tragen. Er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durch Feuer hindurch.“
Das Konzept des Fegefeuers hat sich aber nur in der westlichen Kirche entwickelt, von den Orthodoxen und von Luther wurde es abgelehnt. Oft hat man es auch mit den ewigen Höllenqualen verwechselt. Lange hat man das Fegefeuer (lateinisch Purgatorium: Reinigung) als einen Ort der Strafe gesehen.
Joseph Ratzinger beschrieb die heutige Sicht: Das Fegefeuer sei „der von innen her notwendige Prozess der Umwandlung des Menschen, in dem er christus-fähig, gott-fähig wird“. (Dabei helfen ihm unsere Gebete.)
Der Wandel in der Sichtweise wurde von der hl. Katharina von Genua (+ 1510) beeinflusst, die in ihren Jenseitsvisionen die Erfahrung einer inneren Flamme gemacht hat – der „tiefe Schmerz über die begangenen Sünden angesichts der unendlichen Liebe Gottes“:
Die Seele könne vor der Läuterung wegen „des Verlangens und der Qual, die der Sünde entstammen“, noch gar nicht Gottes Gegenwart genießen.