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25.03.2014

EINFACH LEBEN – Fastentipps der Brüder von Taize (4)

Anfechtung und Verzeihen. Leidvolle Prüfungen. In solchen Situationen schenkt uns Gott, weil er uns liebt, seinen Trost.

Dieser Trost bedeutet nicht, dass Gott uns unmittelbar von unseren Schwierigkeiten erlöst. Das Leben wird nicht einfach wieder leicht, sondern es erhält eine andere Gestalt.

Manche Anfechtungen kommen von dem, was uns und unsere Umgebung trifft: Krankheit oder Unglück, Demütigungen oder Verlassenheit, Scheitern, schmerzlicher Verlust, das Leiden eines geliebten Menschen. Solche Dinge mögen uns mehr oder weniger stark treffen, aber sie bleiben keinem ganz erspart. Andere Anfechtungen kommen von dem, was wir selbst sind: Wir sind enttäuscht über uns selbst, wir schämen uns oder sind verstört über etwas in uns selbst.

 

Gott wirft nicht weg, was beschädigt ist

Wenn wir derart angefochten sind, kommt Gott, um uns zu trösten und unser Herz zu verklären. „Verklären" ist kein alltägliches Wort. Es beschreibt eine Verwandlung, wie sie Gottes Handeln bewirkt. Sie bedeutet keineswegs, dass etwas Beschädigtes entfernt und ersetzt wird. Wird etwas verklärt, bleibt es, was es ist, in einem gewissen Sinn ohne Veränderung.

 

Und doch geht es in einem anderen Sinn um eine tiefgründige Verwandlung: Ein Farbfenster strahlt hell auf, wenn die Sonne es durchleuchtet. Gott wirft nicht weg, was beschädigt ist, er heilt und verwandelt es lieber.

 

Gottes Trost begegnet unseren Anfechtungen mit einer solchen Verklärung. Schmerzliche Lebensumstände ändert er nicht unbedingt. Er verwandelt auch nicht unbedingt unseren Charakter, entfernt nicht, was uns an uns selbst beunruhigt. Sondern Gott teilt unsere Last und lädt uns ein, sie ihm zu überlassen. Dann ändert sich etwas. Die Anfechtung wird nicht leichter, aber etwas Neues durchzieht sie: ein wenig Licht, Kraft und sogar Freude, klein und unscheinbar, aber in Wirklichkeit von großer Bedeutung.

 

Da Christus selbst am Kreuz gelitten hat, versteht er alles. Er versteht und leidet mit allen, die leiden. Das bedeutet, dass wir im Leiden niemals ganz allein sind: Er ist auch in der tiefs-ten Einsamkeit bei uns. Er ist größer als unser Herz, und er versteht uns und nimmt uns an, wenn wir uns über uns selbst Sorgen machen.

Manchmal scheint es nur noch das Leiden zu geben, und wir meinen, dass es keinen Ausweg, überhaupt keinen Weg mehr gibt. Doch das ist niemals ganz wahr. Still ist Gottes Heiliger Geist da. Er tröstet uns und gewährt uns eine Verklärung.

 


 

Übung

  • Denk an eine Anfechtung, die von dem kommt, was dir geschieht.

  • Denk an eine Anfechtung, die von dem kommt, was du selbst bist.

  • Denk an eine Anfechtung, die andere trifft.

  • Vertraue sie eine nach der andern Gott an. Suche einen Ort auf, wo du beten kannst. Verneige dich und berühre den Boden mit deiner Stirne. Oder berühre mit deiner Hand eine Ikone oder ein Kreuz. Bleibe einige Minuten da. Überlass mit dieser Geste die Anfechtungen Gott.