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30.09.2016

Im Gehen Gott näher kommen

Drei Fragen an Weihbischof Stephan Turnovszky zum Thema Pilgern.

Herr Weihbischof, wie kann uns das Gehen Gott näher bringen?


Weihbischof Stephan Turnovszky: Das Entscheidende ist, dass man beim Gehen (zumindest zweitweise) nichts tut als schauen, hören, fühlen, da sein!

 

Hingegen bringt einen das Gehen nicht leicht Gott näher, wenn man währenddessen plaudert, telefoniert, nachdenkt oder grübelt.

 

Wenn ich jedoch einfach nur da bin im natürlichen Rhythmus der Fortbewegung, geschieht es wie von selbst, dass ich empfänglich werde für Den, der schon da ist, Gott, dass mein Herz wie von selbst zu beten beginnt.


An welches Pilgererlebnis erinnern Sie sich besonders gerne?


Weihbischof Stephan Turnovszky: Mich haben unsere pfarrlichen Jugendfußwallfahrten nach Mariazell sehr geprägt. Es hat mich als Jugendlichen beeindruckt, welche Distanzen ich mit meinen zwei Beinen zurücklegen kann und wieviel Freude das bei allen Strapazen auch noch macht.

 

Welchen Rat können Sie zukünftigen Pilgerinnen und Pilgern mitgeben?


Weihbischof Stephan Turnovszky: Pflegen sie ein weites Verständnis vom Pilgern, das den Alltag umfasst!

 

Zu meinen schönsten Erinnerungen an Fußwege gehört mein Schulweg (täglich zweimal 15 Minuten).

 

Ich rate daher, die Aufmerksamkeit auf das Pilgern nicht auf das Unterwegssein auf großen Pilgerwegen zu reduzieren, sondern die Haltung des Pilgerns auf Alltagswegen einzuüben.

 

Dann werden Sie einen großen Pilgerweg stärker genießen und Ihre dortigen Erfahrungen leichter und tiefer in Ihren Alltag integrieren können.