Tatsächlich heißt aber beides Zingulum – sowohl die Kordel, mit der ein Priester, ein Diakon oder auch eine Wortgottesfeier-Leiterin ihre Albe (das knöchellange weiße Gewand) gürten, als auch der Strick, mit dem ein Mönch oder eine Klosterschwester das Ordensgewand gürtet. Der Name kommt aus dem Lateinischen (cingulum) und bedeutet schlicht: Gürtel.
Das Zingulum in allen Farben
Zingulum wird daher weiters die Schärpe genannt, die ein Priester um die Soutane, das lange, (meist) schwarze "Alltagsgewand" wickelt, und die je nach Rang eine andere Farbe hat: weiß (Papst), rot (Kardinal), violett (Bischof), schwarz (Priester).
Im alten Ritus sagte der Priester beim Anlegen des Zingulums auf Lateinisch: "Umgürte meine Lenden, Herr, mit dem Gürtel des Glaubens und der Tugend der Keuschheit, und lösche in ihnen die Glut der Begierde, damit die Kraft der vollkommenen Keuschheit immer in mir bleibt."
Das "Gürten" ist in der jüdischen Tradition auch ein Zeichen für Stärke, für Dienstbereitschaft, für ernsthaftes Tun, für Aufbruch. So heißt es etwa im Epheserbrief: "Stehet nun, eure Lenden umgürtet mit Wahrheit" (Eph 6,14).