Wie im Telefon oder dem Grammophon heißt Phon (aus dem Griechischen) soviel wie „Stimme“, „Klang“ oder „Ton“. Und anti heißt „gegen“. Antiphonie heißt: Wechselgesang – also ein Lied so zu singen, dass sich zwei Teile eines Chores strophenweise abwechseln (oder dass sich ein Einzelsänger/Vorsänger und ein Chor abwechseln).
In der katholischen Liturgie hat sich diese Singweise vor allem beim Psalmgebet durchgesetzt. Und so bezeichnete man mit „Antiphon“ zunächst den abwechsend gesungenen Psalm.
Mit der Zeit aber – die Kirchenhistoriker wissen eigentlich nicht genau warum – hat sich der Brauch entwickelt, am Anfang und am Ende eines Psalms (und manchmal auch dazwischen) einen Kehrvers, einen Refrain, zu singen.
Schließlich hat man nur noch diesen Kehrvers als „Antiphon“ bezeichnet. Er gibt nicht nur musikalisch, sondern auch inhaltlich den Ton an, in dem der Psalm gebetet werden soll.
Solche Antiphone haben sich in der Messfeier und im Stundengebet auch bei anderen Gebeten etabliert, etwa beim Magnifikat, wie die jeweils mit dem Ausruf „O“ beginnenden O-Antiphonen an den letzten sieben Adventtagen.
Vor allem in der Messe wird der Wechselgesang (ob gesungen oder gesprochen) heute so gehalten, dass der Vorsänger den Psalm übernimmt und das Volk den Kehrvers.