Langjähriger Pfarrer von Ober St. Veit ist kurz vor der Vollendung seines 94. Lebensjahres im Krankenhaus St. Josef verstorben.
Die Erzdiözese Wien nimmt Abschied von Dr. Franz-Paul Fetzer, der am Morgen des 21. Oktober 2025, kurz vor Vollendung seines 94. Lebensjahres, im Krankenhaus St. Josef verstorben ist.
Geboren am 28. Oktober 1931 in Berlin, legte er 1951 in Boppard (Rhein-Hunsrück-Kreis) das Abitur ab und übersiedelte anschließend mit seinen Eltern und seinen beiden Schwestern nach Wien, wo er zunächst als Buchhalter tätig war. Er studierte Rechtswissenschaften an der Universität Graz, promovierte 1961 und arbeitete folgend als Steuerberater und Wirtschaftsprüfer, unter anderem in den USA, bevor er schließlich in die Wirtschaftsprüfungskanzlei seines Vaters in Linz und Wien eintrat.
1979 folgte Dr. Fetzer seiner eigentlichen Berufung, wurde ins Wiener Priesterseminar aufgenommen und studierte Theologie an der Universität Wien. Am 29. Juni 1984 empfing er schließlich im Alter von 52 Jahren durch Kardinal Franz König im Wiener Stephansdom die Priesterweihe.
Mit großer Hingabe diente er zunächst in Neumargareten als Kaplan und Präses der Kolpingfamilie Meidling, ehe er 1987 Pfarrer von St. Christoph am Rennbahnweg wurde. Vom 1. September 1996 bis zu seiner Pensionierung Ende August 2009 prägte er als Seelsorger von Ober St. Veit die Gemeinde. Sein authentischer Glaube und seine Menschlichkeit machten ihn zu einem geschätzten Geistlichen. Durch seine behutsame und umsichtige Art sowie die notwendige Standfestigkeit gelang es ihm, unterschiedliche Standpunkte zusammenzuführen. Besonders hervorzuheben ist auch sein Beitrag zur vollendeten Renovierung der Pfarrkirche, einschließlich der erstmaligen oder wiederhergestellten Zugänglichkeit der Unterkirche.
Selbst im Ruhestand stellte er seine seelsorgliche Tätigkeit nicht ein. Er übernahm kurzzeitig das Amt des Substituten in der Pfarre Rodaun und setzte sein engagiertes Wirken in der Pfarre Atzgersdorf fort. Bis zum Juli des Vorjahres zelebrierte er dort noch viermal wöchentlich die Heilige Messe. Die letzte Phase seines Lebens verbrachte er im Pflegeheim der Franziskanerinnen „San Damiano“ in Ober St. Veit.
Dem Auferstehungsgottesdienst am Montag, den 3. November, um 17 Uhr in der Pfarrkirche Ober St. Veit steht Kardinal Christoph Schönborn vor. Bereits ab 15 Uhr ist der Sarg mit den sterblichen Überresten von Pfarrer Fetzer in der Kirche aufgebahrt. Die Beisetzung findet tags darauf, am 4. November, um 10 Uhr auf dem Matzleinsdorfer Friedhof statt.