Die Pfarre Machstraße nimmt Abschied von Helene „Ilus“ Kohler, die nach langer Krankheit in den frühen Stunden des 5. Februar 2026 im 92. Lebensjahr verstorben ist.
Mit Helene Kohler verliert die Pfarrgemeinde eine Frau, deren Leben von großer Tatkraft, ansteckender Freude, unermüdlichem Einsatz für ihre Mitmenschen und tiefer Religiosität geprägt war. Ilus – gesprochen „Ilusch“ – war voller Leben und Liebe. Rastlos und mit bewundernswerter Energie setzte sie sich für ihre Pfarre ein, oft ohne Rücksicht auf die eigenen Kräfte. Ob Flohmarkt oder Weihnachtsmarkt – was immer zu organisieren war, Ilus übernahm es. Besonders am Herzen lag ihr die Sternsingeraktion: Von der Organisation der Gewänder bis zur liebevollen Sorge um die Kinder, inklusive selbstgebackener Krapfen, war sie mit Hingabe dabei. Ihr Wunsch war es stets, möglichst viele Menschen in der Pfarre zu besuchen und die weihnachtliche Botschaft zu ihnen zu bringen.
Ihre tiefe Spiritualität zeigte sich auch in besonderen persönlichen Projekten. Während ihrer Fußwallfahrt ins Heilige Land schrieb sie ihrer Enkeltochter täglich eine Karte. Aus diesen Karten und den Texten der Evangelien gestaltete und verfasste Ilus für sie schließlich die ganze Bibel – ein einzigartiges Vermächtnis des Glaubens und der Liebe. Aus der Firmvorbereitung heraus entstand unter ihrer Mitwirkung zudem der übergroße Wandteppich vom himmlischen Jerusalem in der Kirche – ein bleibendes Zeichen ihrer Kreativität und ihres Glaubens.
Auf ihre Initiative hin wurde die Machstraße über viele Jahre hinweg zur Weihnachtszeit ein Notquartier für Geflüchtete. Dieses Engagement sensibilisierte die Gemeinde nachhaltig dafür, sich für schutzsuchende Menschen einzusetzen und christliche Nächstenliebe konkret werden zu lassen. Fünfzehn Jahre lang gestaltete und schrieb Ilus außerdem für das monatlich erscheinende Mitteilungsblatt der Pfarre, „Die Antenne“, und prägte es mit ihren Gedanken, Berichten und geistlichen Impulsen. Auch der jährliche CSI-Schweigemarsch für verfolgte Christen wurde wesentlich von ihr und einem engagierten Team der Machstraße mitgetragen. Ihr Einsatz galt stets denjenigen, deren Stimme zu wenig gehört wird.
Die Pfarre Machstraße verliert mit ihr eine prägende Persönlichkeit – und bewahrt dankbar das Andenken an eine Frau, die mit Herz, Glauben und Tatkraft ihre Gemeinde über Jahrzehnte bereichert hat.