Erstmals in Österreich hat eine gemeinsame Tagung von 18 Priestern und 17 Imamen stattgefunden. Das Treffen im Zentrum der „Türkisch Islamischen Union“ (ATIB) in Wien-Favoriten kam auf Initiative des Islambeauftragten der Erzdiözese Wien, Dechant Martin Rupprecht, zustande.
ATIB-Präsident Seyfi Bozkus begrüßte unter seinen katholischen Gästen auch Bischofsvikar Dariusz Schutzki und Dompfarrer Toni Faber. Bei dieser ersten Zusammenkunft – weitere sollen folgen – sei es um zentrale theologische Themen ausgehend von Bibel und Koran gegangen, berichtete Rupprecht über den „sehr offenen und tiefgehenden Dialog“. Priester und Imame seien Vertrauenspersonen und auch Meinungsbildner für ihre Gemeinden; ihre Haltung gegenüber anderen Religionsgemeinschaften präge auch ihre Gläubigen. Das Wissen voneinander sei noch sehr beschränkt, ebenso „das Bewusstsein, wie die andere Gruppe sich selbst verstanden haben will“, so Rupprecht. Diese Defizite gelte es abzubauen.
Im März 2012 solle dies bei einer Begegnung zwischen islamischen und katholischen Seelsorgerinnen fortgesetzt werden. Die Ergebnisse aus beiden Treffen sollen laut Rupprecht in einem kontinuierlichen Programm weiterbearbeitet werden. Die Priester-Imame-Tagung wurde in Kooperation mit dem Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten durchgeführt.
kap