Montag 2. März 2026
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Woher kommt das Spielzeug?

(11.12.2011) „Spielsachen fair machen" - Kampagne der entwicklungspolitischen NGO „Südwind“.

Bis zu zwölf Stunden Arbeit pro Tag, eine Sechs-Tage-Woche unter gesundheitsgefährdenden Bedingungen – und das für einen Hungerlohn. So sieht der Arbeitsalltag von ca. drei Millionen Chinesen aus. „Den Menschen in den Fabriken bleibt keine Zeit für Toiletten- und Trinkpausen. Ständig wird die Zeit gestoppt, um zu ermitteln, wer wie lange braucht, um die vorgeschriebenen Stückzahlen zu produzieren. Wer die Quote nicht erreicht, wird beschimpft und verwarnt. Nach drei Verwarnungen folgt der Rausschmiss“, berichtet Debby Chan von der NGO „SACOM“ aus Hong Kong.  


Mehr als 80 Prozent der hierzulande verkauften Spielsachen kommen aus den Tausenden Fabriken Chinas. Zu den Konzernen, die von der Ausbeutung profitieren zählen Mattel, Disney oder Carrera.

Fehlende Alternativen

Problematisch ist, dass die Alternativen noch unzureichend sind. „Ein Zertifikat für fair produziertes Spielzeug gibt es  nicht – derzeit können wir nur heimisches Holzspielzeug z. B. der Firma Matador oder Spielsachen empfehlen, die in den Weltläden angeboten werden,“ so Claudia Bonk, Projektleiterin von „Spielsachen fair machen“.


Die auch von der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit und der Dreikönigsaktion geförderte „Südwind“-Kampagne biete aber Möglichkeiten, Druck auf die Unternehmen und den Internationalen Spielzeugverband auszuüben. Derzeit gibt es auf der Website von „Spielsachen fair machen!“ die Unterschriften-Aktion „Weihnachtswunsch“, die konkrete Forderungen an Spielzeugunternehmen nennt. Im Jänner sollen die gesammelten Unterschriften bei einem Treffen an die Unternehmen übergeben werden.


Bonk empfiehlt Konsumenten aber auch, direkt in den Geschäften oder bei den Herstellern nachzufragen, wo und wie Spielzeug produziert wird. Um die Spielzeugunternehmen zu bewegen, sich für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen einzusetzen, brauche es den Druck von Konsumentinnen und Konsumenten in Europa und den USA.    

 

kap/ aha

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