Es war in mehrfacher Hinsicht ein strahlend schöner Tag. Statt dichtem Nebelgrau gab es Sonnenschein bei der feierlichen Segnung der Anbetungskapelle, die sich die Pfarrmitglieder selbst zum Geschenk gemacht hatten – als neuen Ort der stillen Einkehr und Zwiesprache mit Gott. Nach der Festmesse, die musikalisch vom Kirchenchor und auch dem Kinderchor „Elkicho“ mitgestaltet wurde, staunten selbst die vielen Helfer und Spender über deren Schönheit. „Diese kann uns an die Schönheit, Größe und Liebe dessen erinnern, der hier auf uns wartet: Jesus Christus, das Brot des Lebens“, ergänzt Pfarrer Christoph Goldschmidt und hofft, dass viele Menschen in der neuen Anbetungskapelle, Jesus Christus, dem Immanuel (Gott mit uns) persönlich begegnen und von Ihm Segen, Mut, Kraft, Hoffnung und Ruhe für ihr Leben schöpfen können.
Das Projekt entstand 2009 durch eine Anregung im PGR, in der Pfarrkirche die Möglichkeit zur „ständigen Anbetung“ zu schaffen. Anbetung ist wie „Eintauchen in den Himmel, wie Einatmen frischer Luft für die Seele“ – eine herrliche Möglichkeit zum Ruhigwerden und Auftanken. Die neue Kapelle solle eine Einladung sein, bei Jesus Christus „auszuruhen“, waren sich im PGR alle einig.
Nach Monaten des Überlegens und Abwägens kam es im Jänner 2010 zur einstimmigen Entscheidung, diesen Vorschlag zur verwirklichen. Ziel war, Menschen zu ermutigen, die persönliche Beziehung zu Jesus Christus zu vertiefen. Die Kapelle sollte in einem Seitenraum der Pfarrkirche eingerichtet werden, der zuletzt nur selten benutzt wurde, etwa für die Krippe oder in den Kartagen für das Hl. Grab. Viele Monate des Überlegunges und Planens folgten, bis schließlich Mag. Heinz Ebner mit der Gestaltung beauftrag wurde und die Umbauarbeiten im Juli 2011 begannen.
Das persönliche Engagment des PGR und die Investition von ca. 50.000 Euro haben sich wirklich gelohnt. Davon konnte sich Kardinal Christoph Schönborn überzeugen, als er am ersten Adventsonntag die Monstranz mit dem Allerheiligsten feierlich in die neue Andachtskapelle trug und diese segnete. „Ich sehe diese Initiative als eine große Ermutigung für unseren Weg in der Diözese. Denn das Wichtigste auf dem Weg in die Zukunft ist, dass wir bei Jesus in die Schule gehen. Er will uns ja zu seinen Jüngern machen“, betonte der Erzbischof.
Es sei hier in Laa eine wichtige Schule im Entstehen. Jesus werde den Weg zeigen, „wie es weiter gehen soll mit all den Umbrüchen, die sowohl Kirche wie Gesellschaft in unserem Land, in ganz Europa in diesen Jahren durchlebt. Es werden keine leichten Zeiten, aber es werden sicher Zeiten, in denen wir die Treue Gottes erfahren dürfen“, so der Kardinal.
Entstanden ist ein beeindruckender „Ort der Stille“, in dem künstlerisch die Begegnung mit Gott am Beispiel „Mose und der brennende Dornbusch“ im Mittelpunkt steht. Dafür wurde u.a. der alte Altar verkleinert und in die Seitennische gestellt. Er trägt nun den neuen Tabernakel aus buntem Glas, der in geschlossenem Zustand eine tief-dunkelrote zylindrische Form hat. Geöffnet gibt er den Blick auf die Monstranz mit dem Allerheiligsten frei. Zwei neue große Glasfenster mit den Motiven des brennenden Dornbusches und Maria mit dem Kind Jesu prägen den Raum. Außerdem wurde die Elektrik und Beleuchtung erneuert sowie einer Heizung und eine Glastüre eingebaut.
„Für die Anbetung, die Begegnung mit Jesus Christus, kann es eine große Hilfe sein, einen Rhythmus zu haben“, meint Pfarrer Goldschmidt. „Wir ermutigen deshalb alle dazu, sich eine Zeit für die Anbetung fix einzuteilen, z.B. eine halbe Stunde pro Monat oder alle zwei Wochen. Außerdem werden Menschen gesucht, die bereit sind, sich für eine bestimmte Zeit pro Monat (oder vielleicht pro Woche) in einer Liste einzutragen, da es sinnvoll ist, dass die Monstranz mit dem Allerheiligsten in der Anbetungszeit niemals allein ist.
lin
Infos: »www.pfarrelaa.at«