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Ein Funke Hoffnung

(11.12.2011) Visitation mit Weihbischof Turnovszky in der Teilgemeinde St. Josef in Wiener Neustadt und der Pfarre Lichtenwörth.

„Besonders stolz bin ich auf die gute Arbeit mit den Kindern in der Pfarre“, sagt Rudolf Schramböck, Pfarrer in Lichtenwörth: „Wir haben insgesamt acht Jungschargruppen.“ Die in der Jungschar versammelten Kinder sind u. a. auch beim Erntedankfest und beim Weltmissions-Sonntag aktiv. Eine pastorale Besonderheit in Lichtenwörth sind die „regelmäßigen Schulbeichten und -messen“ im Advent und in der Fastenzeit. Die liturgischen Hochfeste werden von der Pfarre noch „in Form eines Hochamts“ begangen.

 

Der Pfarrer nimmt das geflügelte Wort vom „Bei-den-Menschen-Sein“ wörtlich. Schramböck ist zum einen Kurat der „Freiwilligen Feuerwehr“, zum anderen „Einsatzfahrer bei der Rettung“. Im Hinblick auf das Bauliche ist die Pfarrkirche Lichtenwörth „gut hergerichtet“. Sorge bereitet dem Pfarrer allerdings die Sanierung der Filialkirche Nadelburg.


„Das historische Baujuwel, die Nadelburger Kirche, wird liturgisch kaum mehr genützt. Es hat sich ein Verein zur Erhaltung der Nadelburger Kirche gebildet, der sich mit der Erhaltung sowie der liturgischen und außerliturgischen Nutzung der interessanten Kirche befasst“, sagt Weihbischof Stephan Turnovszky.

 

Er lobt die Arbeit mit den Kindern, den „guten Kontakt zwischen Religionsunterricht und Pfarre“ sowie die „engagierten Firmbegleiter“. Und der Weihbischof empfiehlt, „auch finanziell in die Kinderpastoral zu investieren“. In der Pfarre werde manches als „mühsam“ wahrgenommen: „Es gibt lähmende Konflikte, es besteht die Gefahr, mehr übereinander als miteinander zu sprechen.“ Turnovszky plädiert daher für „Empathie“ als „Versuch, die Anliegen des anderen zu verstehen und ernstzunehmen“. Dies könnte „Entspannung bringen“. Und Turnovszky setzt auf das „Gebet um die pastorale Zukunft“.

Angst vorm Zusperren

In der Wiener Neustädter Teilgemeinde St. Josef hat Turnovszky die „Treue der älteren Menschen, die hier für das kirchliche Leben sorgen“, beeindruckt. Kurat Peter Ramsebner habe „viel Energie hineingesteckt“ in die pastorale Sorge für die „Kleinen des Evangeliums“. Wahrgenommen hat Turnovszky am 3. Dezember die Zukunftsängste, gebündelt in der Frage: „Werden wir zugesperrt?“ Der Weihbischof empfiehlt „Vertrauen auf Gott, Vertrauen zum Propst und ein Zusammenrücken mit anderen Teilgemeinden.“ Vielleicht lasse sich „ein Taxidienst zu anderen Messen organisieren“. Überlegenswert wäre auch die „gemeinsame Nutzung des Kirchleins mit den Rumänisch Orthodoxen“.


Die Teilgemeinde St. Josef ist vor genau 50 Jahren gegründet worden. „Damals gab es noch zwei Sonntagsmessen und jeden Sonntag ca. 250 Gottesdienst-Mitfeiernde“, berichtet Propstpfarrer Karl Pichelbauer (Propstei- und Hauptpfarre Wiener Neustadt): „Heute ist es nur mehr eine kleine Gruppe von 25 bis 30 Menschen, die jeden Samstag zur Vorabendmesse zusammenkommen.“

 

Der Hauptgrund: die Veränderung der Bevölkerung in diesem Stadtteil. Viele Menschen sind hier vor allem aus der Türkei zugezogen, manche Österreicher ausgetreten und insgesamt ist die einheimische Bevölkerung eher überaltet. Heuer gebe es beispielsweise „gar keine Erstkommunion mehr“. Pichelbauer weiß um die Sorgen der älteren Menschen: „Sperrt bitte nicht zu, wir haben sonst keinen Raum für unsere Treffen, und die nächste Kirche ist zu Fuß für uns unerreichbar.“


Am Ende der Messe am 3. Dezember wurde eine Ikone gesegnet, ein Geschenk der rumänisch-orthodoxen Kirche, die dem Wiener Neustädter Bürgermeister überreicht worden war anlässlich eines Gesprächs, bei dem die Rumänisch-Orthodoxen um einen Platz für ein Gotteshaus gebeten haben. „Vielleicht zeigt diese Ikone, die jetzt in St. Josef hängt, einen Ausweg“, sagt Pichelbauer: „Wir könnten St. Josef der rumänisch-orthodoxen Kirche zur Verfügung stellen mit der Bitte,  am Samstagabend hl. Messe feiern zu können.“ Auf jeden Fall werde er darüber verhandeln. Pichelbauer: „Bis Ende August bleibt alles beim Alten, und wir hoffen, dann einen guten Weg gefunden zu haben.“ Für Pichelbauer ist das „ein Funke Hoffnung“.
    

Stefan Kronthaler

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