Die Kirche werde nicht müde werden, die Kategorie des Schönen auch in der Moderne der Gegenwart einzumahnen, betonte Bischof Egon Kapellari bei der Verleihung des Otto-Mauer-Preises 2011.
Dies liege nicht nur an einem im Platonismus gründenden Selbstverständnis (wonach das Schöne ein Merkmal des Göttlichen ist), „sondern an einer Integration von ,Herrlichkeit', die auch das Hässliche und das Erniedrigte in einem besonderen Maße einschließt“.
Der Grazer Bischof übereichte den mit 11.000 Euro dotierten Mauer-Preis an den Künstler Kamen Stoyanov. Dem gebürtigen Bulgaren, der in seinem Werk Themen wie Kunst, Religion, Politik und Konsum aufgreift, wünschte Kapellari, diese Bereiche mögen „auch durch Ihre Arbeit eine verstärkte öffentliche Reflexion erfahren“.
Stoyanov wurde 1977 in Rousse (Bulgarien) geboren, studierte Fotografie an der Akademie der Bildenden Künste in Wien und lebt hier und in Sofia. Kennzeichnend für sein Werk ist u. a. die subtile Verschränkung aus hochkulturellen und subkulturellen Phänomenen: Massenmediale Formate wie SMS-Texte, Aufkleber, Rap oder Kochshows finden in seine Arbeit ebenso Eingang wie „klassische“ Positionen der Avantgardekunst.
Bis 15. Jänner 2012 ist im „JesuitenFoyer“ in der Wiener Bäckerstraße 18 die Ausstellung „Kamen Stoyanov: Impossible Stories“ zu sehen. kap/ag