Sonntag 1. März 2026
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Wie Frauen leben, wie Frauen glauben

(4.12.2011) Studie für den Zeitraum 1970 bis 2010 von Pastoraltheologe Paul M. Zulehner

Die Fakten zeigen: Es gibt nicht „den“ Mann und ihm gegenüber „die“ Frau. Es gibt eine Mehrzahl von deutlich unterscheidbaren Geschlechtertypen: traditionelle wie moderne, pragmatische wie unbestimmte/suchende.

 

Die Studie gewährt neue Einblicke in die Entwicklung von Frauenleben in den letzten 40 Jahren. Begleitend zur Studie wurde vom „Welt der Frau“-Verlag ein Buch mit dem Titel „Typisch Frau?“ herausgegeben, in dem Zulehner und die Sozialethikerin Petra Steinmair-Pösel die Ergebnisse beleuchten.

Vier Frauen-Typen

Konkret lassen sich vier Typen abgrenzen: der traditionelle, der moderne, der pragmatische und der unbestimmte/suchende.

 

Die „traditionellen“ Frauen definieren sich mehrheitlich als Familienfrau und Mutter. Berufstätigkeit ist damit nicht vereinbar. 12 % der Frauen verstehen sich 2010 als traditionell.

 

Die „modernen“ Frauen verbinden – auch aufgrund der inzwischen selbstverständlich gewordenen hohen Schulbildung von Frauen – Beruf und Familie und sehen sich jeweils als Berufsfrau. Mit diesem Anspruch wird Mutterschaft zu vereinen versucht. Der Anteil moderner Frauen hat sich in den ersten zehn Jahren (1970-80) von 20 % auf 37 % nahezu verdoppelt. In den letzten Jahren (2002−2010) ist der Anteil merklich rückläufig.

 

Ein Viertel der Frauen verhält sich „pragmatisch“.

 

Ein Drittel ist „offen und unbestimmt/suchend“.

 

Im zweiten Teil der Studie steht die Einstellung zur katholischen Kirche im Fokus.

 

Auffallend: Frauen überwiegen bei den Kirchgängerinnen (mehr als doppelt so viele Frauen wie Männer gehen regelmäßig zum Sonntagsgottesdienst). Mehr als die Männer machen sie in Gebetsgruppen mit (17 %), tragen sie die Initiativen der Caritas (19 %), schließen sie sich geistlichen Gemeinschaften (15 %) an und tragen sie die Aktionen der Kirchengemeinde (28 %). Die Hälfte der Befragten (48 %) hielte es für einen Gewinn, würden Frauen Leitungspositionen übernehmen.


„Wenn die Kirche weiterhin mehr ‚über‘ die Frauen spricht, statt ‚mit‘ ihnen, wird sie moderne Frauen zusehends verlieren.

 

Wir brauchen pastorale Angebote, die für deren Lebenssituationen passen, und müssen die drängenden Fragen nach Gleichstellung der Frauen in der Kirche endlich ernsthaft angehen“, sagt Margit Hauft, Vorsitzende der „Katholischen Frauenbewegung Österreichs“.

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