Als einen „Papst der Wende“ bezeichnete Weihbischof Helmut Krätzl den seligen Papst Johannes XXIII. Er habe „fortschrittlich die Kirche und die Türen geöffnet“, zugleich sei er sehr konservativ gewesen, so Krätzl im Rahmen der Buchpräsentation zum 130. Geburtstag von Johannes XXIII. am 25. November.
Die Einheit der Christen sei sein „ganz großes Desiderat“ gewesen, so der Weihbischof weiter. Was auch in der römischen Kurie geschehen sei, er habe „dahinter immer die Vorsehung gesehen. Das war er. Ich habe Johannes XXIII. als einen ,Volkspapst‘ erlebt.“ So sei er z.B. in der Fastenzeit zu Stationsgottesdiensten in die Pfarren gegangen, erzählte Krätzl: „Er hat das Evangelium ganz in den Alltag übersetzt.“ Bei den verschiedensten Möglichkeiten habe er gezeigt, „dass er ganz aus dem Volk stammt“.
Buchautor Hubert Gaisbauer erklärte bei der Buchpräsentation, er habe sich zum Schreiben dieses Buches entschieden, weil „dieser Johannes XXIII. wieder zu Gehör gebracht werden“ müsse. Gaisbauer: „Trotz Seligsprechung habe ich das Gefühl, es ist still – zu still um ihn geworden.“ Er selbst habe von Johannes XXIII. gelernt, „ehrlich und illusionslos auf das Älterwerden zuzugehen“.