Sonntag 1. März 2026
Artikel aus dem Archiv

Warten und hoffen

(4.12.2011) Karin Koller über Alltag und Chancen der Krankenhaus- und Pflegeheimseelsorge.

Krankheit, Sterben und Tod sind Teil unseres Lebens und oft ein „unsichtbarer“ und „verdrängter“ Teil unserer Gesellschaft. Sichtbar werden diese Lebensthemen vor allem in den Krankenhäusern und in den Pflegeheimen.

 

Der Krankenhausaufenthalt ist ein Einschnitt im Leben. Der Alltag ist außer Kraft gesetzt, der Lebensrhythmus unterbrochen und die Lebensumstände sind verändert.


Neben der medizinischen-pflegerischen Betreuung bedarf es auch einer Begleitung im seelischen-spirituellen Bereich. Krankheit und Leiden können heute besser denn je bekämpft und behoben werden.

 

Die Kehrseite ist, dass die „Lebensgeschichte“ der PatientInnen, ihre subjektiven Ängste, Wünsche und Bedürfnisse „hinter der Geschichte der Krankheit und der pathologischen Befunde“ verschwinden. Kranke  Menschen wollen nicht nur Befunde hören, sondern von ihrem Befinden erzählen.

 

Sie wünschen sich GesprächspartnerInnen, um ihre aktuelle Lebenssituation besser zu verstehen und zu deuten. Die Krankenhaus- und Pflegeheimseelsorge bietet hier ihre Unterstützung und professionelle Begleitung an.   

Hoffnung auf Heilung

Oft taucht die Frage auf: „Was macht eigentlich die Krankenhaus- und Pflegeheimseelsorge?“  An Hand von Erzählungen von Betroffenen wird unsere Arbeit spürbar und fassbar: „Dass Sie meine Hand gehalten und mir in die Augen gesehen haben, das hat mich getragen in dieser schweren Zeit“, erzählt Frau S. beim Verlassen des Krankenhauses dem Krankenhausseelsorger.

 

„Die Zusage, dass Sie bei meinem Mann bleiben, wenn er stirbt, war für mich unendlich wichtig. So ließ ich ihn in Ihrer Obhut, damit ich nach Hause zu meinen drei kleinen Kindern fahren konnte“, sagte  Frau M. beim Telefonat mit der Krankenhausseelsorgerin zwei Wochen nach dem Tod ihres Mannes.


Der Sehnsucht nach Heilung nachgehen, die Hoffnung auf Ganzheit mittragen, die Ohnmacht des Augenblicks mit aushalten. Gefühle und Gedanken in einer seelsorglichen Begegnung.

 

Wir haben Zeit, uns zu den PatientInnen und BewohnerInnen zu setzen, Gespräche zu führen, gemeinsam zu beten oder Riten und Sakramente zu feiern.

 

Wir sind für die Angehörigen da, um auf ihre  Bedürfnisse  einzugehen. Vor allem in der Sterbebegleitung ist die Betreuung der Angehörigen, die in dem Sterbeprozess eines lieben Menschen zutiefst involviert sind, ein wichtiger Schwerpunkt unserer Arbeit.

 

Wir sind in sehr vielen Krankenhäusern und Pflegeheimen in Wien und Niederösterreich tätig. Es gibt Kooperationen der Erzdiözese Wien mit der Caritas, der Caritas Socialis und der Vinzenzgruppe. Diese Vernetzung kommt der Qualität der seelsorglichen Arbeit zugute. 

 

Dennoch gibt es immer wieder Menschen, die wir nicht begleiten können. Unter anderem, weil vielen nicht bekannt ist, dass wir da sind. „Wenn ich das gewusst hätte, dass es so etwas gibt (Anm. Krankenhausseelsorge)!

 

Ich hätte Sie dringend gebraucht“, sagte eine Patientin im Aufzug des AKH Wien auf dem Weg zur Entlassung.

 

Mehr Informationen: www.krankenhaus-seelsorge.at

 

Karin Koller, Krankenhausseelsorgerin, Referentin für ÖA der KHPHS EDW

 



Spendenkonto: Bankhaus Schelhammer&Schattera,

Krankenhaus- und Pflegeheimseelsorge der ED Wien,

 

Verwendungszweck: Spende KHS.

BLZ 19190, Konto-Nr.: 230540.

Gottesdienste
Finden Sie Gottesdienste in Ihrer Umgebung
ERZDIÖZESE WIEN
Wollzeile 2
1010 Wien
Tel.: +43 1 51552 - 0

anliegen@edw.or.at

Impressum
Datenschutzerklärung
Barrierefreiheitserklärung
Cookie-Einstellungen
https://www.erzdioezese-wien.at/
Darstellung: Desktop - Mobil