Es waren wirtschaftlich schwierige Zeiten, in denen sich die Gemeinde St. Erhard im 23. Wiener Gemeindebezirk dazu entschloss, ihre Pfarrkirche unter Verwendung eines Teiles der bestehenden Kirche wesentlich zu erweitern und neu zu errichten.
In nur drei Monaten von August bis November 1934 waren die Arbeiten nach Plänen von Architekt Clemens Holzmeister beendet.
Das 75-Jahr-Jubiläum der Kirchweihe feierte die Pfarre St. Erhard-Mauer nun mit einem Reigen von Veranstaltungen. Am 9. November fand im Pfarrzentrum eine Podiumsdiskussion zum Thema „Wozu Kirche“ statt. Unter der Moderation von Dietmar Neuwirth diskutierten Michael Scharf vom Pastoralamt, Bernhard Pokorny, Dechant Wien 23, und der Journalist Peter Pawlowsky.
Die Kirche sei sowohl als Institution als auch als Erhalterin und Vermittlerin des Glaubens wichtig, so die Diskutanten. Auch die Gemeinden haben große Bedeutung. Unbestreitbar gebe es aber Reformbedarf, wenn die Kirche angesichts struktureller Änderungen und schwindender Zahl von Katholiken zeitgemäß bleiben wolle.
Am 12. November präsentierte Pfarrer Henschling gemeinsam mit Vertretern des Pfarrgemeinderates die neuen Kirchenführer. Präsentiert wurde außerdem eine „Willkommensmappe“, die sowohl an ins Pfarrgebiet zuziehende Katholiken wie an neu an der Pfarre Interessierte und wieder Eingetretene verteilt werden soll. Sie enthält einen Brief des Pfarrers, einen Folder über die in der Pfarre tätigen Personen, die Pfarraktivitäten und das Leitbild sowie den Kirchenführer und die Pfarrzeitung „pfarremauer.at“.
Höhepunkt der Feierlichkeiten war die Festmesse, die Weihbischof Helmut Krätzl am 13. November gemeinsam mit Pfarrer Georg Henschling, Prälat Rudolf Schwarzenberger und der Gemeinde feierte.
In seiner Predigt betonte Krätzl, dass Kirche immer der zentrale Raum zur Versammlung der Gemeinde sei, in deren Zentrum die Eucharistiefeier stehe. „Gemeinde baut Kirche, Kirche baut Gemeinde“ habe schon der erste Pfarrer Msgr. Franz Geßl gesagt.
Die Kirche, die Gemeinden und jeder Gläubige stehe heute vor großen Herausforderungen, so der Weihbischof weiter und rief dazu auf, nicht angstvoll zurückzublicken, sondern im Vertrauen auf Gott und Jesus Christus nach vorne zu schauen.
U. Brandstetter/aha