Montag 2. März 2026
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Wurzel der Krise: die Gotteskrise

(4.12.2011) Sinn- und Wertekrise führt zur Finanz- und Wirtschaftskrise und schließlich zur sozialen.

Die Verbreitung einer Mentalität, die auf eine Gottesbeziehung verzichtet, hat nach Worten von Papst Benedikt XVI. zu der Krise geführt, in der die Menschen heute in den Industriestaaten leben. Diese sei zuerst eine Sinn- und Wertekrise, dann erst eine wirtschaftlich-finanzielle und soziale Krise, sagte Benedikt XVI. bei einer Audienz für Mitglieder des päpstlichen Laienrats.

Wer trägt Gottesfrage in alle Lebensbereiche?

Jene Geisteshaltung, die von jeglichem Bezug zum Transzendenten absieht, habe sich als unfähig gezeigt, den Menschen zu verstehen und zu erhalten. Der Mensch, der nur im Zähl- und Messbaren leben wolle, werde am Ende ersticken, so der Papst. Deshalb müsse die Gottesfrage gestellt werden, denn diese bringe die Grundfragen des Menschen, das Streben nach Wahrheit, Glück und Freiheit, mit sich.

 

Besonders Laien seien dazu berufen, die Bedeutung der Gottesfrage in allen Lebensbereichen zu bezeugen, hob Benedikt XVI. vor den Teilnehmern an der Vollversammlung des Laienrats hervor. Bei aller Konzentration darauf, die christliche Präsenz im Sozialbereich, in Politik und Wirtschaft zu vergrößern, sollten sich die Katholiken jedoch auch stets um die Festigkeit ihres Glaubens bemühen: „Die Christen leben nicht auf einem entfernten Planeten, immun gegen die ‚Krankheiten‘ der Welt, sondern teilen die Unruhen, die  Desorientierung und die Schwierigkeiten ihrer Zeit.“ Auch bei bekennenden Gläubigen sei die „Bekehrung des Herzens“ weiterhin vonnöten, betonte der Papst.

Atheisten, Agnostiker, Gleichgültige

Zur selben Frage haben sich in jüngster Zeit neben Theologen auch Politiker geäußert. Sehr pointiert tat dies u. a. der Philosoph Robert Spaemann.

 

Er kritisierte das heutige Desinteresse an der Gottesfrage: „Es gibt Atheisten, die sagen, es gebe keinen Gott. Die Agnostiker wiederum behaupten, von Gott könne man nichts sagen. Ich halte beide Positionen für falsch. Aber sie verdienen Respekt, weil sich Menschen mit ihnen identifizieren.“

 

Keinen Respekt verdiene die heute so weit verbreitete, meist nicht klar artikulierte Ansicht, ob Gott existiere, sei für das Diesseits gleichgültig.


„Wenn wir die Spur Gottes in der Welt nicht wahrnehmen wollen, werden wir uns auch nicht als das begreifen können, was wir sind – zwar endliche, aber freie, wahrheitsfähige Personen“, betonte der deutsche Philosoph.

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