Nicht nur in Österreich stehen viele Orden vor grundlegenden Entscheidungen über die eigene Zukunft.
Die Zahl der Ordensangehörigen geht zurück, die meisten Gemeinschaften sind überaltert, es fehlt der Nachwuchs, bisherige Werke können nicht mehr selbst weitergeführt werden.
Dem entsprechend befinden sich die Orden in einem Übergangsprozess – doch immer noch gibt es zahlreiche Frauen und Männer, die in dieser gemeinschaftlichen Form leben wollen und nach Wegen suchen, wie dies möglich ist.
Im Bewusstsein dieser Herausforderung trafen sich Vertreter/ innen der rund 200 Frauen- und Männerorden Österreichs zu ihrer Jahrestagung und beschäftigten sich am 21. 11. mit den Themen „Mission“, „Alten- und Pflegeheime“, den „Ordensspitälern“ sowie den von Orden geleiteten berufsbildenden Schulen.
Der eigentliche „Österreichische Ordenstag“ fand am 22. November statt. Dabei standen die Fragen „Wozu braucht die Gesellschaft die Orden?“ und „Wozu brauchen die Orden die Gesellschaft?“ im Mittelpunkt. Dabei wurde u.a. das neue „Klosterportal“ vorgestellt:
Unter »www.kath-orden.at/kulturgueter« sind nun im Internet Informationen über sämtliche derzeit in Österreich bestehende Ordensgemeinschaften, über ihre Geschichte und ihr kulturelles Erbe wie z. B. Archive, Bibliotheken, Sammlungen und Museen sowie geistliche Schatzkammern abrufbar.
Einen Höhepunkt bildete am Nachmittag die Eucharistiefeier mit Kardinal Christoph Schönborn, die von der Albertus Magnus-Schule gestaltet wurde, die heuer den 250. Geburtstag des Ordensgründers der Marianisten, Wilhelm Joseph Chaminade, feiert. Am 23. November schließlich tagten die Schulerhalter und Schuldirektoren sowie das „Referat für die Kulturgüter der Orden“.
Mehr als 50.000 Schüler, die eine Ordensschule besuchen, oder die Tatsache, dass 20 % der Spitalsleistungen in Österreich von Ordenskrankenhäusern erbracht werden, sprächen eine deutliche Sprache . Zudem seien die Orden auch in vielen kleinen Initiativen, etwa im Sozialbereich, Vorreiter. So steuern die Orden rund 10 % der von kirchlichen Organisationen 2010 für mehr als 4.060 Hilfsprojekte in 118 Ländern der Welt aufgebrachten 85,4 Mio. Euro bei.
Sorge bereitet dem Vorsitzenden der männlichen Ordensgemeinschaften, Propst Maximilian Fürnsinn, allerdings der Umstand, dass die Männerorden immer noch zu sehr in der Pfarrseelsorge engagiert sind.
Zwischen 40 und 50 Prozent der Pfarren – je nach Diözese – werden von Ordenspriestern seelsorglich geleitet und betreut. Dieses Engagement müsse zurückgefahren werden, „sonst können wir unser eigenes Ordenscharisma nicht leben“.
kap/lin