Sonntag 1. März 2026
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Beraubt eure Völker nicht

(27.11.2011) Papst Benedikt XVI. unterzeichnete bei Benin-Besuch das Dokument der Afrika-Synode.

Rund 80.000 Menschen haben in Benin an der Messe zum Abschluss der Reise von Benedikt XVI. in das westafrikanische Land teilgenommen. Die Messe im „Stadion der Freundschaft“ in Benins Hauptstadt Cotonou war der Höhepunkt der dreitägigen Afrika-Reise des Papstes.

 

Papst Benedikt XVI. hat in Benin das Abschlussdokument der Afrika-Synode von 2009 unterzeichnet. In der Kathedrale von Ouidah setzte er am Samstagmittag seine Unterschrift unter eine englische, französische, portugiesische und italienische Textfassung.

 

Die Verwirklichung der Leitlinien müsse nun auf lokaler Ebene erfolgen. Konkret fordert der Papst u. a. eine offene und ehrliche Vergangenheitsbewältigung in den von Bürgerkrieg und Völkermord zerrütteten Ländern des Kontinents. Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden. Die Opfer hätten ein Recht auf Wahrheit und Gerechtigkeit.

 

Über weite Strecken ist das  Dokument eine Fortschreibung der katholischen Soziallehre auf afrikanische Gegebenheiten hin. Es fordert gerechte Regierungsformen, Entwicklungschancen, Natur- und Lebensschutz, Einhaltung der Frauen-Rechte sowie Solidarität. Es behandelt Fragen von Bildung und Gesundheit, einschließlich des Aids-Problems, und es ruft zu einer Vertiefung des Dialogs mit dem Islam auf.

Kritik an Vorurteilen

Papst Benedikt XVI. hat während seines Benin-Besuchs ein überhebliches und von Vorurteilen geprägtes Verhalten des Westens gegenüber Afrika kritisiert. Über den Kontinent werde häufig nur „im schulmeisterlichen Ton des Moralpredigers" oder aus dem Blickwinkel des „neugierigen Ethnologen“ gesprochen.


Benedikt XVI. hat sich gegen eine Vermischung von Religionen gewandt. Ein gefestigter christlicher Glaube sei ein „wirksames Gegenmittel gegen einen in die Irre führenden Synkretismus“, Richtschnur für eine angemessene Berücksichtigung der Werte traditioneller Kulturen sei die Liebe zu Gott, den Sakramenten und der Kirche.

Warnung des Papstes

Afrika ist nach den Worten Benedikts XVI. ungeachtet seiner Schwierigkeiten ein „Kontinent der Hoffnung“ für die Welt und die Kirche. Es verbreite Frische, Optimismus, Heiterkeit und religiöse Freude. Seinen Benin-Besuch beendete der Papst mit einer Botschaft der Hoffnung, nutzte seine Abschlussrede aber auch für eine Warnung an die poltischen Machthaber.

 

Schuld an den Konflikten und Skandalen sind Machtstreben und wirtschaftspolitische Interessen, die die Würde des Menschen und der Natur missachteten: „Beraubt eure Völker nicht der Hoffnung! Schneidet ihnen nicht die Zukunft ab“, warnte der Papst eindringlich.     

kap/ag

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