Die wichtigste Behörde im Vatikan ist das Staatssekretariat, das den Papst bei seinen Aufgaben unmittelbar unterstützt.
Es besteht aus zwei Sektionen, von denen die erste unter anderem als Amtsstube des Papstes fungiert: Hier werden Anordnungen und Schreiben des Papstes abgefasst und verschickt, Ernennungen beurkundet und auch Siegel und Fischerring des Papstes aufbewahrt.
Der 2. Sektion ist auch das im Jahr 1939 als Teil der Vatikanzeitung Osservatore Romano gegründete Presseamt unterstellt.
Seine Aufgabe ist es, Nachrichten, die sich „auf Akte des Papstes oder auf die Tätigkeit des Heiligen Stuhls beziehen, öffentlich zu machen und zu verbreiten“.
Das tut das Presseamt mittels des „Bollettino della Sala Stampa della Santa Sede“ („Bericht des Presseamtes des Heiligen Stuhls“).
Es erscheint täglich, meist am Vormittag, in italienischer Sprache. Längst ist der „Bollettino“ im Internet abrufbar, die gedruckte Version bekommt man nur noch auf Nachfrage.
Für Vatikan-Berichterstatter ist der „Bollettino“ besonders interessant, weil dort nicht nur die wichtigsten Ansprachen und Schreiben des Papstes dokumentiert werden, sondern auch die Bischofsernennungen in dem Moment zu finden sind, in dem sie offiziell werden. In Diözesen, wo eine Bischofsernennung überfällig ist, ist typisches Insidergespräch: „Steht heute was im Bollettino?“ – „Nein, leider immer noch nichts...“