Nachdem man in den ersten drei Jahrhunderten vor allem in fließenden Gewässern taufte, kamen solche Kapellen auf.
Die Baptisterien erzählen uns viel über die frühe Kirchengeschichte, in denen die Erwachsenentaufe die Regel war. So stehen sie auch deshalb außerhalb der Kirche, weil damals nur die Getauften die Kirche betreten durften. Außerdem bestieg der Täufling ganz nackt das Taufbecken (das wie ein kleiner Pool mit Stiege gestaltet war), wo er untergetaucht wurde.
Sowohl die Schicklichkeit wie die Sorge vor der Kälte sprachen da für eine kleinere Kapelle neben der Kirche – die meist eine Bischofskirche war, denn die Erwachsenentaufe oblag dem Bischof.
Oft waren Baptisterien achteckig (die Auferstehung Christi war am achten Tag der Woche) oder rund wie altrömische Grabmäler (in der Taufe stirbt der „alte Mensch“).
Bald kommt die Sitte auf, die (erwachsenen) Täuflinge durch Übergießen zu taufen. Statt (oder in den) Becken entstehen kleine Taufbrunnen, meist aus Stein. Das passt auch der immer mehr verbreiteten Kindstaufe, die nun auch in Pfarrkirchen stattfindet. Ab dem 8. Jahrhundert werden daher kaum noch Baptisterien gebaut.