Ein Häretiker ist jemand, der eine Irrlehre vertritt. Ein deutsches Wort dafür ist Ketzer. Häresie heißt im Griechischen eigentlich nur „Anschauung“ oder „Denkschule“, wird aber schon in der Antike gleichbedeutend mit „Irrlehre“ verwendet.
Schon in den ersten Jahrhunderten des Christentums gab es ein erbittertes Ringen darum, was die richtige Auffassung über Gott und seinen Plan mit den Menschen ist.
Für den Zusammenhalt der Gemeinden war es wichtig, dass sie in wesentlichen Fragen einer Meinung waren. Lehnte jemand eine offizielle Lehre ab, musste er die Gemeinde verlassen, er wurde exkommuniziert.
Und das war’s auch schon – Strafen für Ketzerei gab es erst, als das Christentum im Jahr 380 Staatsreligion geworden war.
Schon 385 wird zum ersten Mal ein Geistlicher, der Spanier Priscillian, wegen Häresie hingerichtet (der heilige Martin hatte sich vergeblich für ihn eingesetzt).
Er und seine fünf Gefährten bleiben allerdings die einzigen hingerichteten Ketzer des 1. Jahrtausends.
Um die Einheitlichkeit des Volkes zu garantieren und die auch religiös begründete Macht der Monarchen zu sichern, gingen auch oft staatliche Behörden gegen Häretiker vor.
Die Todesstrafe durch Verbrennen gab es seit dem 11. Jahrhundert.
Den Begriff Häresie gibt es auch in anderen Religionen.