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16.05.2014

Talk im Cafe "Gott, Toleranz und die Welt"

Diskussion mit Maria Happel, Schauspielerin, mit Stefan Jürgens, Schauspieler/Musiker und Kardinal Schönborn.

"Es geht um eine Sehnsucht", meint der SOKO Donau Kommissar, der Schauspieler Stefan Jürgens, beim Cafe Talk der Akadamie für Evangelisation am Donnerstag, 15. Mai 2014 mit der Schauspielerin Maria Happel und Kardinal Christoph Schönborn. "Die Frage nach Gott ist nicht geringer geworden",  für Jürgens ist Gott ein guter Adressat für diese Sehnsucht: "Was fehlt ist, dass das 'Ich' nicht alles ist – dass es was Größeres gibt". Jürgens erkennt ein großes menschliches Ungleichgewicht in der Welt, in der man lieber oft "wegschaut" als ein Ausdruck von "Ich kann nicht mehr".

 

Die Frage nach dem Sinn

Maria Happel ist sich sicher, dass die Frage nach dem Sinn da ist, dass sich aber der Zugang dazu oft hinter Codewörtern versteckt. "Wenn man die Wahrnehmung schärfen würde, dann würde man viel mehr wahrnehmen. Wir werden von Infos überrollt", kritisiert Happel, "die Leute mit Stöpsel im Ohr nehmen zu, die Vernetzung nimmt zu und die Vereinsamung wird größer".

 

Aktzeptiert sein

"Ich bin wahnsinnig gern auf dieser Welt", so Kardinal Schönborn, "trotzdem bin ich von einer großen Sorge, manchmal Angst geprägt", bezieht er sich auf die Konflikte in Syrien, die Entführung in Nigeria, was in den Gefängnissen der Welt läuft und "unser Leben auf Pump seit 50 Jahren". Auf Mutter Teresas Aussage zur größten Armut Europas - "not to be accepted" - meint Schönborn: "Nicht akzeptiert werden ist wahrscheinlich das Schlimmste für ein Kind. Auch die Vorstellung, Gott nimmt mich nicht an, er verwirft mich – das ist wohl das Schlimmste. … Vielleicht ist das auch das Thema von Thomas Neuwirth, der unter dem Namen Conchita Wurst auch einen Weg gesucht und gefunden hat, akzeptiert zu sein."

 

Der Blick Jesu

Jürgens glaubt, dass der Gott, der vielen Menschen Schwierigkeiten bereitet, von Menschen selbst gemacht worden ist. "Der Gott, der fehlt, ist einfach nur tolerant. "

 

"Lieben heißt: Ich will, dass du bist (Augustinus) – so ein Gott fehlt uns", meint auch der Wiener Erzbischof und bezieht sich auf Kritik von Papst Franziskus an der Kirche und deren Selbstbezogenheit. Es geht darum, "dass Du zuerst Du bist und nicht irgendein 'Kastl' – tief von Gott gewollt und geliebt".

 

"Die Angst vor Gott ist nicht in mir, sondern von Menschen gemacht", erklärte Jürgens zu Beginn und entdeckt im intensiven Diskurs mit dem Kardinal am Schluss, dass der Blick Jesu die Menschen absolut annimmt und alles in ihm Platz hat.

 

Auf eine Gästefrage hin würden beide, Happel und Jürgens, sehr gerne in einem Passionsspiel mitwirken. Jürgens: "Jesus – geile Rolle!"