Am Montag 23. Februar 2015 beginnt in der Orthodoxen Kirche mit dem sogenannten "Reinen Montag" die Fastenzeit. Auf die ersten 40 Tage des "Großen Fastens" folgen der Lazarus-Samstag, der Palmsonntag und die Karwoche. Die Orthodoxe Kirche folgt hinsichtlich des Osterfestes und der vorausgehenden Fastenzeit dem Julianischen Kalender und nicht - wie die römisch-katholische und die evangelische Kirche - dem Gregorianischen Kalender. Deshalb finden das Osterfest und die Fastenzeit meist etwas später statt als in den westlichen Kirchen. Alle paar Jahre feiern Ost- und Westkirche aber auch gemeinsam Ostern.
Die Große Fastenzeit beginnt demnach heuer für die orthodoxen Christen am Montag, 23. Februar. Ostern feiern die Orthodoxen heuer am 12. April (Ostersonntag), eine Woche nach dem westlichen Osterfest. Der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. von Konstantinopel ruft in seinem Hirtenbrief zum Beginn der "heiligen großen vierzigtägigen österlichen Fastenzeit" zur persönlichen Gewissenserforschung und zur Umkehr als intensive Vorbereitung auf Ostern auf.
Während des Fastens dürfen in der Orthodoxen Kirche keine tierischen Erzeugnisse verzehrt werden. Dazu zählen neben Fleisch auch Milchprodukte, Eier und Fisch. Am "Reinen Montag" und am Karfreitag sollen die Gläubigen überhaupt aufs Essen verzichten. Streng genommen wird an den Werktagen auch auf Öl und Wein verzichtet.
Weitere bedeutende Fastenzeiten in der Orthodoxen Kirche gibt es vor Weihnachten - vergleichbar dem Advent, allerdings mit 40 Tagen deutlich länger - sowie vor dem Feiertag der Heiligen Apostel Petrus und Paulus und dem Fest Entschlafung Mariens (katholisch: Aufnahme Mariens in den Himmel) am 15. August. Die Gläubigen bereiten sich darauf mit einem zweiwöchigen Fasten vor. Außerdem sind mit wenigen Ausnahmen auch jeder Mittwoch und Freitag Fasttage in der Orthodoxen Kirche. Der Mittwoch erinnert an den Verrat an Jesus durch Judas, der Freitag an den Kreuzestod Jesu.
Die Gesamtzahl der Gläubigen der orthodoxen und orientalisch-orthodoxen Kirchen in Österreich wird auf rund 500.000 geschätzt. Dem Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel (griechisch-orthodox) gehören etwa 35.000 Gläubige an, der russisch-orthodoxen Kirche (Moskauer Patriarchat) rund 40.000. Die meisten orthodoxen Gläubigen in Österreich zählt mit bis zu 300.000 die serbisch-orthodoxe Kirche. Zur rumänisch-orthodoxen und bulgarisch-orthodoxen Kirche gehören jeweils rund 40.000 Gläubige. Hinzu kommen Gläubige der antiochenischen und georgisch-orthodoxen Kirche.
Nach derselben Ordnung wie die Orthodoxen fasten auch die Gläubigen der altorientalischen Kirchen (Koptisch-orthodoxe Kirche, Syrisch-orthodoxe Kirche, Armenisch-apostolische Kirche, äthiopisch-orthodoxe Kirche, Thomaschristen), von denen es auch zahlreiche Mitglieder in Österreich gibt.