Papst Franziskus hat der Glaubenskongregation für ihren Kampf gegen sexuellen Missbrauch gedankt. Die Vatikan-Behörde widme sich dieser Aufgabe mit Einsatz und Verantwortungsbewusstsein, sagte er in einer Rede an die Mitglieder - darunter Kardinal Christoph Schönborn - am Freitag, 29. Jänner 2016 im Vatikan.#
Franziskus forderte, die Integrität des Glaubens müsse begleitet sein von einer Integrität der Sitten in der Kirche. Die von Kardinal Gerhard Ludwig Müller geleitete Glaubenskongregation ist u.a. für Verfahren gegen Kleriker zuständig, die wegen Missbrauchs beschuldigt sind.
Bei der Kongregation wurde im Vorjahr auch ein Gerichtshof für Bischöfe errichtet, die Verdachtsfällen auf Missbrauch nicht nachgegangen sind oder die Verbrechen vertuscht haben. In den vergangenen Jahren hat die Kongregation mehrere hundert Priester wegen sexueller Übergriffe auf Kinder und Jugendliche in den Laienstand versetzt.
In seiner Rede forderte der Papst die Kongregation außerdem dazu auf, mit den nationalen Bischofskonferenzen kollegialer zusammenzuarbeiten. "Es ist erforderlich, auf allen Ebenen des kirchlichen Lebens die richtige Synodalität zu fördern", sagte er. "Einheit und Vielheit sind das Siegel der einen Kirche", so Franziskus. Er lobte, dass die Behörde im vergangenen Jahr die Vertreter der Glaubenskommissionen aus den jeweiligen Bischofskonferenzen zu einer Tagung nach Rom eingeladen hatte, um über heutige Herausforderungen für Lehre und Seelsorge zu diskutieren.
Die Einbeziehung der Ortskirchen in die Entscheidungen der Glaubenskongregation werde den missionarischen Einsatz und die Spiritualität der Gläubigen stärken, zeigte sich Franziskus überzeugt.
Sorge äußerte der Papst im Blick auf Europa. Ohne den Glauben, der immer schwächer werde, riskiere der Kontinent, seinen Humanismus zu verlieren, der ihn bisher auszeichne.