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Der Sonntag
14.04.2016

Gelebte Barmherzigkeit: „Seelsorge kennt keine Zeit“

Marcella Schickel entdeckte ihr Herz für kranke und ältere Menschen.

Durch meine Krankheit war ich in einer sehr düsteren Phase“, schildert Marcella Schickel.

 

Die Hauptschullehrerin musste nach 35 Jahren aufgrund von Osteoporose ihre berufliche Tätigkeit beenden und in Frühpension gehen.

 

Bei einem Besuch der Kalvarienbergkirche verspürt sie den Ruf: „Tu etwas!“

 

 

Sie beginnt mit dem „Theologischen Kurs“. Damit nicht genug, macht sie danach die Ausbildung zur Krankenhausseelsorge und den Kurs für Sterbebegleitung.

 

In der Folge beginnt Marcella mit der Seelsorge im Wilhelminenspital auf zwei Stationen.

 

„Ich frage die Leute, ob sie Probleme haben, sprechen möchten.“ Auch bei Patienten in der Akutgeriatrie ist sie im Einsatz.

 

„Da sind es viele ältere Damen und Herren, die fast nur mehr schlafen“, schildert sie. „Sie nehmen meine Anwesenheit wahr, dann sprechen die Hände, wenn es der Mund nicht mehr kann.“

 

Für Marcella Schickel spielt Zeit in ihrem Tun keine Rolle. „Seelsorge kennt keine Zeit.“ Zuhören können und Feingefühl zeigen sind wichtige Eigenschaften, gerade auch bei sterbenden Menschen.

 

Zeit nimmt sich die verwitwete Frau auch für Menschen im Haus der Barmherzigkeit in Wien-Ottakring. Beinahe täglich kommt sie vorbei, plaudert, spielt und singt mit ihnen.

 

  • „Barmherzigkeit ist für mich Warmherzigkeit, Zuwendung und den Menschen Liebe zu schenken.“

 

Damit sie die Erlebnisse bewältigen kann, geht Marcella Schickel im Wilhelminenspital in die Camilluskirche und im Haus der Barmherzigkeit in die Hauskapelle: „Da kann ich abladen, wenn ich das Gefühl habe, ich muss das jetzt tun.“