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11.05.2017

12 Früchte des Heiligen Geistes: Die Frucht der Geduld

Als vierte der 12 Früchte des Heiligen Geistes wird die Geduld genannt.

Wenn wir mal wieder auf jemanden warten müssen, die U-Bahn vor der Nase weggefahren ist oder das E-Mail das wir dringend erwarten einfach nicht kommt, dann heißt es geduldig zu sein. Leichter gesagt als getan, oder? Trotzdem geht es in unserem täglichen Leben nicht ohne kleinere und größere Geduldsübungen. So rät uns auch der Apostel Paulus in seinem Brief an die Epheser „Seid demütig, friedfertig und geduldig, ertragt einander in Liebe“ (Eph 4,2)

 

Geduld im Glauben

Aber auch für unseren Glauben ist die Geduld sehr wichtig. Besonders bewusst wird uns das in der Advents- und Fastenzeit. Umso mehr können wir uns dann über die großen Feste, die uns am Ende dieser Geduldsprobe erwarten, freuen. In dieser Zeit haben wir auch die Möglichkeit über uns und unseren Glauben intensiver nachzudenken.

 

Besondere Geduld ist uns Christen aber auch hinsichtlich der Wiederkunft (Parusie) unseres Herrn Jesus Christus abverlangt. Freudig erwarten wir diese, kennen aber weder den genauen Tag, noch die genaue Stunde. Eine große Herausforderung in einer Zeit wo alles terminisiert und geplant werden soll.

 

Auch die ganz junge Kirche hatte Schwierigkeiten mit dieser Herausforderung, wie uns die Apostelgeschichte und die Briefe des Neuen Testaments überliefern. Trotzdem lebten sie damals und leben wir heute aus dieser Hoffnung auf die Wiederkunft, die stärker ist als alle Zweifel und Ungeduld. Daher fordert uns der Jakobusbrief auf: „Darum, Brüder und Schwestern, haltet geduldig aus bis zur Ankunft des Herrn! Auch der Bauer wartet auf die kostbare Frucht der Erde, er wartet geduldig, bis im Herbst und im Frühjahr der Regen fällt.“ (Jak 5,7)

 

Papst Franziskus meint dazu:

„Manchmal sind die lästigen Menschen auch jene, die uns am nächsten stehen: Unter den Verwandten gibt es immer jemanden; am Arbeitsplatz fehlt es nicht an ihnen; und nicht einmal in der Freizeit sind wir vor ihnen sicher. Was sollen wir mit lästigen Menschen tun? Aber auch wir sind anderen oft lästig. Warum wurde auch dies unter die Werke der Barmherzigkeit aufgenommen: Die Lästigen geduldig ertragen? In der Bibel sehen wir, dass Gott selbst Barmherzigkeit üben muss, um die Klagen seines Volkes zu ertragen. Zum Beispiel erweist sich das Volk im Buch Exodus als wirklich unerträglich: Erst stöhnt es über die Knechtschaft in Ägypten, und Gott befreit es; dann murrt es in der Wüste, weil es nichts zu essen gibt (vgl. 16,3), und Gott sendet Wachteln und Manna (vgl. 16,13-16), aber trotzdem hören die Klagen nicht auf. Mose trat als Mittler zwischen Gott und dem Volk auf, und auch er wird dem Herrn manchmal lästig gewesen sein. Aber Gott hatte Geduld, und so hat er Mose und das Volk auch diese wesentliche Dimension des Glaubens gelehrt. Es ergibt sich daher eine erste Frage: Machen wir jemals eine Gewissenserforschung, um zu sehen, ob auch wir den anderen vielleicht manchmal lästig sind?“ (Generalaudienz vom 16. November 2016)

 

Zum Weiterdenken:

Kardinal Christoph Schönborn hat in seiner Predigt beim traditionellen Friedensgebet im Stephansdom auf die wichtige Beziehung von Glauben, Leben und Geduld hingewiesen:

 

„Wir brauchen mehr Geduld, die Geduld Jesu mit seinen Jüngern und den Menschen, die ihn ablehnen. Nichts macht uns Gott ähnlicher als die Geduld. Wir müssen geduldig sein, in der Ehe, in der Familie, in der Kirche, […]. Gott macht uns geduldig, damit unser Herz seinem ähnlich wird.“

(Friedensgebet: "Die Geduld macht uns Gott ähnlicher" in: Der Sonntag vom 28. 09. 2016)